Archiv der Kategorie 'Soziales'

Griechenland: Das Nein liegt vorn

Referendum zu den EU-Auflagen in Griechenland: Mehrheit gegen den Rotstift aus Brüssel und Berlin

Die Würfel sind gefallen, der Ausgang ist klarer als zuletzt erwartet. Nach offiziellen Teilergebnissen liegt in Griechenland das Nein-Lager mit gut 60 Prozent der Stimmen vorn. In einem Referendum hatte die Regierung des Landes am Sonntag die Bevölkerung über die Sparpolitik abstimmen lassen, welche die Gläubiger dem Land zur Bewältigung seiner Haushaltskrise aufzwingen wollen. Premierminister Alexis Tsirpas von der lInksgerichteten Syriza-Partei hatte dazu aufgerufen, diese abzulehnen. Der Ausgang des Referendums fand weltweit Beachtung. Mit ihrem Nein haben die Griechen ein deutliches Signal gegen eine Fortsetzung der desaströsen Austeritätspolitik gesetzt.

Eine Mehrheit für die bisherigen Gläubigervorschläge hätte sehr wahrscheinlich einen Rücktritt der Regierung nach sich gezogen. Entsprechend massiv war die Kampagne der Opposition, großer Medien und führender EU-Politiker in den vergangenen Tagen, um die Griechen zu Ja-Stimmen zu bewegen. Die Drohung mit der Konsequenz eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone, der sogenannte Grexit, steht dabei im Raum.

Nach ersten Reaktionen will nun die griechische Regierung aus gestärkter Position schnellstmöglich eine neue Initiative zur Suche nach einer Lösung mit den Geldgeber-Institutionen starten. Regierungssprecher Gavriil Sakellaridis kündigte zudem an, dass die griechische Notenbank noch am Sonntag abend einen Antrag bei der Europäischen Zentralbank (EZB) stellen wird, damit diese das Volumen der Notkredite für die angeschlagenen griechischen Banken anhebt. Dafür gebe es »solide Argumente«. Die EZB hatte die sogenannten ELA-Kredite vor einer Woche gedeckelt und so Griechenland zur Schließung der Banken und zur Einführung von Höchstbeträgen bei Abhebungen an Geldautomaten gezwungen. Ohne Anhebung des Limits erhalten die Geldinstitute des Landes keine neue Liquidität. Die Finanz-Staatssekretäre der Euroländer wollen am Montag in Brüssel zu einer weiteren Krisensitzung zusammenkommen, um über die Konsequenzen des Referendums zu beraten.

Quelle: Junge Welt vom 06.07.2015

Pegida: AfD, Neonazis und der deutsche Stammtisch gemeinsam auf der Straße

Seit Wochen steigt die Teilnehmerzahl an den „islamfeindlichen“ Aufmärschen in Dresden. Ein Ende scheint nicht in Sicht. Unterstützer und Teilnehmenden kommen zum Teil von weither angereist.

Die vorgeblich unpolitischen Organisatoren der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“ haben bei der Wahl ihres Namens Traditionsbewusstsein an den Tag gelegt: Als „patriotisch“ bezeichnen sich seit den 1950er Jahren Rechtskonservative und Nazis, die ein anderes Deutschland als die demokratische Bundesrepublik anstreben. Der (politische) Begriff des „Abendlands“ erlebte mit Oswald Spenglers „Untergang des Abendlands“ seine ideologische Ausformung, als er 1918 den drohenden Untergang der westlichen Welt ankündigte. Bis zum Ende der Sowjetunion war er der Inbegriff der antikommunistischen Propaganda im Westen.

Seit 9/11 wird das „Abendland“ nun gegen den Islam verteidigt. Allerdings ist „Islam“ für PEGIDA zugleich Oberbegriff für alles, was die vermeintlich „zu kurz Gekommenen“ quält: kulturelle Vielfalt, Weltoffenheit, die Aufnahme von Flüchtlingen, der Euro und die EU. Damit reiht sich PEGIDA in die rassistischen Mobilisierungen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen ein, die 2014 an vielen Orten Nazis und Nachbarn zusammengebracht haben. Und natürlich richten sich die Demonstranten hier wie dort mit ihrem Schlachtruf „Wir sind das Volk“ an die, die für eine angebliche „Überfremdung“ verantwortlich gemacht werden: Politik und Medien.

Wenn man sieht, wer zu den wöchentlichen Demonstrationen aufruft, zeigt sich, woher der Protest kommt. Führende Vertreter der AfD sind an den Protesten beteiligt. Die Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, Frauke Petry, hat inzwischen PEGIDA-Vertreter zum Gespräch eingeladen. Auch andere rechtspopulistische, neurechte und rassistische Gruppen springen auf diesen Zug. Die neurechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ mobilisiert zu den Aufmärschen. Das „Institut für Staatspolitik“ (Zeitschrift „Sezession“) wirbt ebenso intensiv für die Aktionen wie die neurechte Internetzeitung „Blaue Narzisse“. Zu den Unterstützern der rassistischen Mobilisierung gehören das Magazin Compact und die extrem rassistische Internetseite PI-News („Politically incorrect“). Die „Identitären“, eine aus Frankreich stammende rassistische Jugendbewegung, haben von Anfang an zu den Demonstrationen aufgerufen. Und NPD-Anhänger und Funktionäre waren stets unter den PEGIDA – Marschierern. NPD, Pro NRW und andere versuchen, PEGIDA auch in anderen Städten zu imitieren, vorerst jedoch nur mit geringem Erfolg.

Extrem rechte Einstellungen sind in der Mitte der Gesellschaft weit verbreitet. Im vergangenen Herbst haben rund 15 Prozent der Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen solche Rechten gewählt. Mit PEGIDA und ähnlichen Initiativen tragen sie nun ihre Menschenverachtung auf die Straßen. Extrem rechte und menschenfeindliche Einstellungen sind das Ergebnis einer Politik der beschleunigten Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben, der um sich greifenden prekären Beschäftigungsverhältnisse und absehbaren Altersarmut. Staatlich institutionalisierter Rassismus und die inhumane Flüchtlingspolitik auf europäischer Ebene geben bei der Suche nach „Schuldigen“ die Richtung vor.

Jedoch zeigt sich bereits gesellschaftlicher Widerstand gegen die rechte Mobilisierung. Große Demonstrationen fanden in Bonn, Kassel, Köln, München und anderen Städten gegen PEGIDA und ihre Ableger statt. Auch in Dresden gehen tausende Antifaschistinnen und Antifaschisten auf die Straße.

Gemeinsam mit ihnen fordern wir:
• Die Bundesregierung muss ihre Verantwortung wahrnehmen: Artikel 1 GG „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ muss für alle Menschen in Deutschland erfahrbar sein, für Flüchtlinge, Arbeitende, Erwerbslose und Rentner. Artikel 1 GG fordert den Schutz von Minderheiten vor jeder Form von menschenfeindlicher Propaganda.
• Wir dürfen den PEGIDA’s und anderen Rassisten und Populisten nicht die Straße überlassen. Wir müssen sichtbar an der Seite derer stehen, die sie ausgrenzen wollen.

Text übernommen von vvn-bda.de.

Wir müssen den Gürtel enger schnallen?

“Wie wollen Sie das finanzieren?” ist oft die schnelle Antwort auf alles, was eine Alternative zum Bestehenden darstellen könnte. Egal ob es darum geht, dass Schüler-innen kleinere Klassen oder Studierende bessere Lernbedingungen bekommen, immer stellt sich die Frage nach dem Geld. Merkwürdigerweise tritt sie jedoch immer gerade dann in den Hintergrund, wenn es um milliardenschwere Großprojekte wie den Bahnhofsumbau “Stuttgart 21″ oder die Anschaffung von Eurofighter-Kampfflugzeugen geht.

100 Milliarden Euro – das ist der Betrag, mit dem die deutschen Banken vom Staat vor dem Zusammenbruch “gerettet” wurden. Jetzt soll gespart werden, um den Schuldenberg abzustottern. Gespart wird bei allen, außer bei denen, die diese Krise verursacht haben. Banker_innen und Manager_innen stehen gut da, schließlich haben sie Millionen kassiert und verdienen bereits wieder an den gleichen Geschäften wie vor der Finanzkrise. Millionär_innen und Unternehmen drücken sich vor der Verantwortung und werden sogar mit niedrigen Steuern belohnt, während die Regierung bei Hartz-IV-Bezieher_innen kürzen will.

Wir leben in einem reichen Land. Trotzdem wird Bildung nur nach Kassenlage ermöglicht und Armut für immer mehr Menschen zum Alltag. Es geht auch anders! Die erste Frage hierbei sollte jedoch nicht lauten, wie Bildung, Kultur und soziale Sicherungssysteme finanziert werden können, sondern besser, ob sie den Regierenden wichtig genug sind, um finanziert zu werden. Wir wollen nicht in einem System leben, dem es nur darum geht, den Reichtum für einige wenige Menschen zu erhalten und zu vermehren, während andere auf der Strecke bleiben. Wir wollen diese Verhältnisse überwinden und den Reichtum umverteilen. Ob sich etwas ändert, liegt auch an dir – werde aktiv!

EINLADUNG zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Zur Lebenssituation von Auszubildenden“

Eine Veranstaltung der LINKEN. Rostock.

Auf dem Papier gibt es in Mecklenburg-Vorpommern mehr Ausbildungsplätze als junge Menschen, die diese besetzen könnten. Dennoch suchen Viele nach ihrer Schulausbildung vergebens nach einer Ausbildung, die ihren Namen verdient.

Doch auch wer eine Ausbildung durchläuft, hat oft mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen. Unbezahlte Überstunden, sogenannte ausbildungsfremde Tätigkeiten und andere Widrigkeiten gehören oft zum Alltag von Azubis.

Wie genau sich die Probleme und Schwierigkeiten junger Azubis darstellen und wie auch junge Menschen für ihre Rechte eintreten und wie wir den Kampf um faire Arbeitsbedingungen unterstützen können, darum soll es in dieser Veranstaltung gehen.

Fabian Scheller, Jugendbildungsreferent beim DGB nord, wird einen Einblick in die Lebenswelten junger Auszubildenden geben.

Nach einem Eingangsreferat wird es Gelegenheit zur Diskussion geben.

Wann und wo?
Die Veranstaltung findet am 04. November im Büro der LINKEN. Rostock (Kröpeliner Straße 24, Eingang Ecke Rungestraße, neben dem Pizza Hut am Universitätsplatz). Beginn ist 18 Uhr.

Brot und Spiele – Von sozialen Missständen und Party-Patriotismus

Vom 12. Juni bis zum 13. Juli 2014 findet die Männer-Fußball-WM statt und in Deutschland erhöht sich mit Songs wie „Deutschland schießt ein Tor“ und großem „schwarz-rot-gelbe-Fahnen-ans-Auto-machen“ die unausweichliche Präsenz von Patriotismus. Sogar Menschen, die ansonsten mit Fußball wenig am Hut haben, fiebern plötzlich mit, für die “deutschen Jungs” und “unsere Nationalelf”. Alles gesunder Partypatriotismus und sowieso voll verkrampft, da rum zu meckern? NÖ!

DU bist Deutschland? Wieso eigentlich?

Patriotismus ist kein ungefährlicher Stolz oder das Anfeuern eines bestimmten Fußballteams, sondern eine Konsequenz der Konstruktion von Nationen, die Menschen ausschließen und gefährden. Damit dieses System am Leben gehalten werden kann, braucht es auch nationale Identitäten. Diese werden über Medien, Schulunterricht aber auch einfach nur durch Symbole erzeugt. Indem wir zum Beispiel. alle mit Deutschlandfahnen wedeln oder uns schwarz rot gelbe Schminke ins Gesicht malen, zeigen wir zu welcher Nation wir gehören und wo unser Platz auf diesem Planeten sein soll. Menschen, die eine bestimmte Nationalität haben, werden außerdem unter dem Motto “Die sind eben so” bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Hierfür werden Gemeinsamkeiten zwischen Menschen in einem Land betont, obwohl es Unterschiede gibt und Unterschiede zwischen Menschen verschiedener Länder betont, obwohl es Gemeinsamkeiten gibt. Die Konstruktion solcher nationaler Identitäten ist nicht nur blödsinnig, sondern führt auch zu Vorurteilen und Rassismus, spätestens wenn beispielsweise von “faulen Griechen” gesprochen wird.

Wo es ein WIR gibt, gibt es auch ein “die Anderen”

Nationalismus oder Patriotismus, das heißt immer auch Ausgrenzung durch Unterscheiden zwischen Menschen, die der Nation zugehören und “den Anderen”. Willkürlich wird anhand von Merkmalen wie der Herkunft festgelegt, wer angeblich natürlicherweise deutsch sein darf und wer eben nicht. Menschen, die es nicht sind, werden abgewertet, beispielsweise durch rassistische Einwanderungspolitik und Abschiebung von Geflüchteten, der Einschränkung des Wahlrechts von Menschen ohne deutschen Pass sowie Alltagsrassismus in all seinen Facetten. Schon vor der WM wird diskutiert, ob denn auch alle die deutsche Nationalhymne mitsingen und bei Özil oder Khedira ganz genau hingeschaut, weil sie aus dem Raster des Deutschen, wie Nationalist*innen sich sie vorstellen, fallen. Der ehemalige DFB-Präsident Mayer-Vorfelder, der eine Hymnenpflicht fordert, sagt dazu, “einen “halben Deutschen” darf es eben nicht geben“. Das zeigt, dass auch im angeblich so modernen deutschen Nationalstolz völkische Vorstellungen noch immer eine Rolle spielen und Menschen auf ihren “Migrationshintergrund” reduziert werden.

Nationalismus und soziale Missstände

Nationen sind konstruiert und haben schlimme Nebenwirkungen – trotzdem wird Deutschland (nicht nur) zur WM gefeiert. Eine Konsequenz der Vorstellung man sei Teil einer nationalen Gemeinschaft ist, dass dies von den Zuständen, die uns im Alltag eines kapitalistischen Systems begegnen, ablenkt. Von Leistungsdruck, schlechter Bezahlung, fehlender Zeit zum Chillen und Spaß haben. Von diesem Effekt wird gerade in Krisenzeiten Nutze gemacht, wenn zur Legitimation von Kürzungen „nationale Interessen“ beschworen werden, zugunsten derer eben alle im Land “den Gürtel enger schnallen” müssen. Das funktioniert vielleicht insofern, als dass Deutschland auf Kosten anderer europäischer Länder billiger exportieren kann und für Unternehmen ein attraktiverer Wirtschaftsstandort wird als konkurrierende Nationen, eine solidarische Gesellschaft und ein schönes Leben für alle erreichen wir dadurch sicher nicht.

Und wie sieht’s vor Ort aus ?

Derzeit wehren sich viele Brasilianer*innen gegen die Männer WM, es gibt zahlreiche Streiks im öffentlichen wie im privaten Sektor sowie Demonstrationen, die sich gegen die WM richten. Haben die einfach keinen Bock auf die WM? Nein, um ihren Unmut zu verstehen muss man genauer hinschauen. Jedes mal, wenn eine solche WM stattfindet, bedeutet das einen hohen finanziellen Aufwand für das Gastgeberland. Das Geld fehlt später in den Staatshaushalten und kann nicht für sinnvolle Projekte eingesetzt werden. Gerade am Beispiel Brasilien 2014 sieht man eindrucksvoll, wo der Staat seine Prioritäten setzt. Anstatt dringend notwendige infrastrukturelle Projekte, wie Schul- und Straßenbau sowie Ausbau von öffentlichem Nahverkehr, Sanierung und Ausbau von Krankenhäuser, die das Land dringend braucht, oder die Senkung der Armut die im Land allgegenwärtig ist, anzugehen, steckt man das Geld in das Prestigeprojekt WM, das unvorstellbare Summen verschlingt. Brasilien ist nur ein aktuelles Beispiel dafür was bei solchen Events regelmäßig schief läuft.

Wer Profitiert davon?

Um ein so großes Ereignis zu finanzieren bedarf es einer Menge Geld. Umgerechnet wurden in Brasilien 11 Milliarden Euro für die WM ausgegeben, mehr als je zuvor: Für Stadien, Transportstrecken und Sicherheit. Für Sicherheit alleine wurden 8oo Millionen ausgegeben. Ein unbekannter Teil des Geldes ging in Bestechungsgelder für Politiker*innen, die für die Vergabe der Aufträge verantwortlich sind. Diese Aufträge werden von multinationalen Großkonzernen, wie zum Beispiel Siemens, ausgeführt, das heißt, dass der größte Teil des Geldes nicht einmal in Brasilien bleibt sondern an multinationale Konzerne geht. Auch die großen Sportmarken versprechen sich viel von einer WM. Adidas alleine hat 300 Millionen für die Ausstattung der Teams ausgegeben, wovon sie sich einen Gesamtgewinn von 2 Milliarden Euro an Gewinn versprechen.

Verkaufen, Verdrängen, Vergessen

Seit Monaten gehen die Menschen in Brasilien auf die Straße. Dafür gibt es die verschiedensten Gründe, sie alle hängen aber mit der WM zusammen. Für den Bau der Stadien wurden in ganz Brasilien viele Menschen ihrer Häuser und ihren Lebensraumes beraubt. Nicht nur die indigene Bevölkerung in den östlichen Teilen Brasiliens wurden für den Bau von Stadien verdrängt sonder auch die ohnehin armen Menschen in den Favelas vieler Großstädte mussten Platz machen für Prestigeprojekte. Dringend notwendige Infrastrukturprojekte, wie Straßenbau und Ausbau des Verkehrsnetzes müssen sich wegen der WM hinten anstellen. Genau so ergeht es der Bildung und dem Gesundheitswesen, wo Investitionen dringend notwendig sind. Und nicht zuletzt ist die Armut in Brasilien allgegenwärtig. Die Menschen in Brasilien haben bessere Löhne, eine vernünftige Infrastruktur, gute Bildung und vor allem ein menschenwürdiges Leben, verdient.

Nur das Geld zählt

Wenn wir die WM kritisieren, müssen wir auch den Weltfußballverband, die Fifa, unter die Lupe nehmen. Die FiFa ist zunächst einmal ein riesiges undurchsichtiges Konglomerat. 90% seiner Einnahmen bezieht FiFa aus den WMs . Alleine im Zeitraum von 2007 bis 2014 erwirtschaftete die FiFa 4 Milliarden Euro. Dennoch arbeitet die FiFa höchst instransparent, viele Entscheidungen können von der Allgemeinheit nicht nachvollzogen werden. Dies beweisen alleine die regelmäßig aufkommenden Korruptionsvorwürfe, nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit der WM 2022 in Katar. Auch die strikt durchgesetzten Marketingrechte des Verbandes geraten immer wieder in die Kritik, gerade weil außer der FiFa und ihren Sponsoren niemand von den Einnahmen profitiert. Nur ausgewählte Händler dürfen ausgewählte Marken verkaufen, nur ausgewählte Sender die Spiele zeigen und auf den Fanmeilen darf selbstverständlich nur ausgewähltes Bier verkauft werden. Es geht nur um’s Geld allein.

Gemeinsamer Appell der politischen Jugendorganisationen

Gemeinsamer Appell der Jusos, der Grünen Jugend, der Linksjugend [’solid] und der Jungen Union in Mecklenburg-Vorpommern – Zukunftsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommerns als Hochschulstandort sichern

Mecklenburg-Vorpommern ist mit seinen Universitäten und Hochschulen ein attraktiver Hochschulstandort. Die Auswirkungen des demografischen Wandels dürfen nicht zu einem unbedachten Strukturrückbau im Bildungsbereich führen.

Wir müssen den demografischen Wandel als Herausforderung begreifen und unsere Hochschulen zukunftsfähig machen. Der Wissenschaftsstandort in Mecklenburg-Vorpommern sollte auch in Zukunft für Qualität in Lehre und Forschung stehen und darum gilt es, dies weiter zu fördern und derzeitige Fehlentwicklungen bei der Hochschulfinanzierung zu korrigieren. Aber es geht uns nicht nur um den demografischen Wandel, sondern auch um das Grundrecht auf gute Bildung. Denn mit zum Teil überfüllten Hörsälen und Seminaren, sowie maroden Gebäuden können die Hochschulen dieses Grundrecht nicht immer gewährleisten.

Der Bevölkerungsrückgang darf nicht zu einem Kürzungsautomatismus in allen Politikbereichen führen. Im Bereich Bildung geht jede Kürzung zu Lasten der Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Unsere Hochschulen müssen auch einem bundesweiten Wettbewerb standhalten können. Wenn immer weniger junge Leute aus dem eigenen Bundesland studieren, heißt das umso mehr, auch Studierende aus anderen
Bundesländern für unser Bundesland zu begeistern. Wir wollen nicht, dass unser Land zum Beispiel für eine Abwärtsspirale der demografischen Entwicklung wird. Denn weniger Studierende heißen: Weniger junge Menschen die sich in die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes einbringen. Weniger junge Menschen die mit ihren Ideen und Hoffnungen unser Land bereichern. Weniger junge Menschen die Demokratie und Gesellschaft mitgestalten.

Wir müssen Strategien entwickeln, um unser Land weiterzuentwickeln und das funktioniert nur mit guten Bildungsangeboten! Wir, die politischen Jugendorganisationen, fordern, dass Bildung in Mecklenburg- Vorpommern Priorität hat. Wir fordern die Landesregierung auf, künftig mehr in unsere Hochschulen zu investieren, um die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns zu sichern.

Viele kleine und große Revolutionen… – If nothing goes right, Go LEFT!

Für grundlegende Veränderungen müssen wir selbst aktiv werden. Um die Profitinteressen der Wirtschaft und rassistische oder sexistische Stimmungsmache zurückzudrängen, braucht es starken gesellschaftlichen Gegenwind. Ob bei der Blockade von Nazidemos, beim Protest gegen Zwangsräumungen in der Nachbarschaft oder, oder, oder: Wir müssen unseren Arsch hochkriegen! Wir kämpfen für mehr Mitbestimmung in Schulen für, selbstverwaltete Jugendzentren, für mehr Demokratie statt nur Stellvertretung. Wir brauchen öffentliches statt privates Eigentum, einen Bruch mit der Profitlogik. Wir wollen die Gesellschaft, in der der Profit alles und der Mensch nichts zählt, radikal verändern. Und was ist mit dir?

Freie Bildung für freie Menschen – Verteilaktion in der Südstadt

Unter dem Motto „Freie Bildung für freie Menschen“ verteilten Aktivist_Innen und Sympathisant_Innen der linksjugend [’solid] Rostock vergangenen Montag in der Rostocker Südstadt Flugblätter im Rahmen der landesweiten Jugendkampagne „stell dir mal vor wie schön das wär‘…“.


Die Forderung ist klar: Freie Bildung für freie Menschen!

Nachmittags zogen die Aktivist_Innen los, um vor allem junge Menschen für das Thema Bildung zu sensibilisieren und Schwächen sowie mögliche Alternativen zum jetzigen Bildungssystem aufzuzeigen. Gezielt wurden Flyer auch in Studierendeheimen verteilt. Dank der großen Einsatzbereitschaft der Genoss_Innen konnte innerhalb weniger Stunden sämtliche Flyer verteilt werden.


Auch die Aushänge in den Wohnheimen informieren über Fehler im Bildungssystem …


Vereinzelt kleben auch thematisch passende Sticker in der Umgebung

In den kommenden Wochen wird die linksjugend [’solid] im Rahmen der Kampagne unterwegs sein, um die Menschen für linke Themen zu begeistern. Im Folgenden dokumentieren wir den Flyertext:

Stell dir mal vor wie schön das wär, wenn die Schule, die du besuchst, nicht vom Geldbeutel oder dem sozialen Stand deiner Eltern abhängen würden? Wie würdest du es finden, wenn du nach der Schule eine reale Perspektive auf ein Studium oder eine berufliche Ausbildung hättest?
Wer aus reichen Familien kommt, wird nach der grundschule bevorzugt aufs Gymnasium geschickt. In keinem anderen Land Europas hängen die Bildungschancen eines Kinder so sehr vom Geldbeutel der Eltern ab, wie bei uns in Deutschland. Das föderale Bildungssystem in der Bundesrepublik sorgt für zusätzliche Ungleichheiten: Ein Abschluss in MV wird teilweise in Bayern nicht anerkannt.
Die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel, gleichzeitig sind zehntausende junger Menschen ohne Ausbildung. Über eine Million Jugendlicher sind bereits auf HartzIV angewiesen und haben kaum Hoffnung auf eine Ausbildungs- oder Berufsperspektive. Viel zu oft müssen unbezahlte Überstunden und ausbildungs-fremde Tätigkeiten verrichtet werden, zudem ist das Gehalt nicht selten zu niedrig. Frauen verdienen durchschnittlich 100€ weniger als die männlichen Azubis.
Zwar gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine Studiengebühren, doch auch hier müssen sogenannte Semesterbeiträge im dreistelligen Bereich bezahlt werden. Längst nicht alle Student_Innen haben Zugang zu Masterplätzen. Dozenten, die zwar vollgestopft mit Fachwissen sind, aber keinerlei Ausbildung und/oder Erfahrung bei der Vermittlung von Wissen haben, machen die Universitäten darüber hinaus den Student_Innen das Leben schwer.
Bildung als Ware, die nur denjenigen zugänglich ist, die das nötige Kleingeld haben, lehnen wir ab. Ebenso ein Bildungssystem, dessen vorrangiges Ziel die Erziehung wirtschaftlich verwert- und ausbeutbarer Mitläufer_Innen ist. Bildung muss an den Fähigkeiten und Interessen der Menschen orientieren statt die Interessen der Wirtschaft umzusetzen.
Deshalb fordern wir eine Schule für Alle, Lehrmittel- und Gebührenfreiheit im gesamten Bildungssystem, einen radikalen Abbau von Zugangsbeschränkungen und Leistungsdruck sowie umfassende Mitbestimmung der Lernenden in ihren Einrichtungen – egal ob in der Schule, im Betrieb, an der Universität oder in der Berufsschule! Wir wollen nicht in einer Gesellschaft leben, in der die Mehrheit der Menschen ausgebeutet wird, damit eine Minderheit Reichtum anhäuft!

Gelungene Bildungskellerveranstaltung zu den Blockupy Aktionstagen 2013

Vom 31. Mai bis 1. Juni finden in Frankfurt am Main die Blockupy Aktionstage 2013 statt. Die anhaltende sogenannte Finanzkrise schlägt weiter um sich und betrifft wie immer vor allem die ärmeren Schichten der europäischen Gesellschaften.

Die linksjugend [’solid] Rostock lud gestern zum Film- und Diskussionsabend ein. Die Runde der Anwesenden war zwar klein, dennoch konnten wir neue Menschen kennenlernen, die sich für unsere Arbeit im Allgemeinen und für die Blockupy-Aktionstage im Besonderen interessierten.

Kurz nach 20Uhr ging es los. Als Einstieg wurde in einem kurzen Vortrag der Verlauf der sogenannten Finanzkrise – die nichts anderes als die logische Entwicklung des kapitalistischen Systems ist – skizziert und die bevorstehenden Aktionstage in Frankfurt am Main erläutert. Schon vergangenes Jahr kamen mehrere zehntausend Menschen in die Stadt, um unter anderem die Europäische Zentralbank, das Zentrum des europäischen Krisenregimes, symbolisch zu blockieren.

Nach diesem Input folgte der Film „Catastroika“. Der Film zeigt den wirtschaftlichen Niedergang Griechenlands durch die Sparpolitik der Troika aus IWF, EZB und EU. In beeindruckenden Interviews werden die Hintergründe der europäischen Finanzkrise geschildert, die seit Jahren die Gesellschaft in Atem hält.

Im Anschluss an den Film wurde noch einmal für die Fahrt nach Frankfurt am 31. Mai geworben. Auch aus Rostock werden Menschen kommen, die sich den Aktionstagen in FFM anschließen. Für die kurze Mobilisierungszeit der Veranstaltung kann die Durchführung und die Teilnehmer_Innenzahl nur zufriedenstellen. Veranstaltungen dieser und ähnlicher Art werden also auch in Zukunft ein Bestandteil unserer Arbeit sein.

Für alle, die nicht bei der Veranstaltung sein konnten, gibt es den Film auch auf Youtube:

BLOCKUPY BILDUNGSKELLER! Film & Diskussion: „Katastroika“

Dienstag, den 21. Mai ab 20Uhr im Bildungskeller

Anlässlich der vom 31. Mai bis 1. Juni stattfindenden Blockupy Aktionstage zeigen wir am Dienstag, den 21. Mai ab 20Uhr im Bildungskeller (Ulmen-Campus der Universität Rostock, Ulmenstraße 69) der Film „Katastroika“. Vor dem Film wird es einen kurzen Input zu Blockupy Frankfurt – die Idee, die Aktionsformen, die bisherigen Aktionen – geben.

Zum Film:
Der Film analysiert die Verschiebung des Staatseigentums in private Hände. Er läßt die Sicht der betroffenen Länder und Menschen zu. Der wirtschaftliche Niedergang Griechenlands wurde durch die Sparpolitik der Troika aus IWF, EZB und EU massiv beschleunigt. Der neue Film der Filmemacher von „Debtocracy“ behandelt die Entwicklung der letzten 18 Monate bis zu den Wahlen in Griechenland, in denen die beiden Hauptparteien Nea Democratia und Pasok nur noch ein Drittel der Stimmen auf sich vereinen konnten. In beeindruckenden Interviews werden die Hintergründe der europäischen Finanzkrise geschildert, die seit Jahren die Geselschaft in Atem hält.

Was ist Blockupy?
Blockupy ist ein bundesweites Bündnis, in dem zahlreiche Gruppen, Organisationen und einzelne Aktivist_Innen mitarbeiten. Wir sind in unterschiedlichen sozialen und politischen Gruppen oder Strömungen aktiv.
Wir protestieren gegen die Politik von Bundesregierung und der ganz großen 4-Parteien-Koalition, gegen die Politik von EZB, EU-Kommission und IWF. Aus diesem Grund werden wir die europäische Zentralbank in Frankfurt am Main blockieren.
Wir werden die öffentlichen Plätze in der Wirtschafts- und Finanzmetropole Frankfurt okkupieren.
Wir laden euch ein, mit uns gemeinsam nach Frankfurt zu fahren und die EZB lahmzulegen!

Eine Veranstaltung der AG Bildungskeller und der linksjugend [’solid] Rostock

Wie finde ich den Bildungskeller?
Ihr findet den Bildungskeller auf dem Ulmen-Campus (Ulmenstraße 69) im Kellergeschoss von Haus 3. Wenn Ihr vor dem Audimax steht und links von Euch die Turnhallen und rechts das Hauptgebäude am Campus (Haus 1) seht, dann befindet sich Euch gegenüber das Haus 3. Folgt den Pfeilen auf den Schildern mit der Aufschrift „Bildungskeller“




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: