Archiv der Kategorie 'Sexistische Kackscheiße durchbrechen!'

Rote Karte gegen Sexismus! Sexualisierte Gewalt & sexuelle Übergriffe sind keine Importwaren

Sexismus und Gewalt gegen Frauen sind keine Importwaren, sondern allgegenwärtig in Deutschland. Ausnahmslos verurteilen wir Gewalt gegen Frauen sowie die Instrumentalisierung von Frauenrechten für rassistische Hetze.


Die Vorsitzende der LINKEN. Rostock, Eva-Maria Kröger.

Antisexismus von Rechts?

Sexismus und sexuelle Gewalt gegen Frauen werden wieder stärker öffentlich thematisiert. Ausgangspunkt für diese Debatte ist vor allem die vergangene Silvesternacht in Köln. Es waren so bezeichnete „übergriffige Fremde“ nötig, um dieses wichtige Thema in einer breiten Öffentlichkeit anzustoßen. Doch das neue Interesse ist vor allem deshalb heuchlerisch, da Viele es höchst einseitig und verzerrt betrachten. Sexuelle Übergriffe und Sexismus jeglicher Art werden oft ausschließlich Migranten und geflüchteten Männern angelastet. Hier werden rassistische Ressentiments und Stereotypen neu forciert: die verführenden, jüdischen Männer, die wilden und hyperpotenten Afrikaner oder eben die frauenverachtenden Muslime.

Dabei sind die Täter von sexuellen Übergriffen häufig Familienangehörige, Nachbarn, Kollegen oder Freunde. Mehr als drei Viertel aller Täter kommen aus dem direkten sozialen Umfeld der betroffenen Frau bzw. des betroffenen Mädchens. Wer behauptet, die deutsche Gesellschaft sei vollständig aufgeklärt und emanzipiert, verschließt die Augen vor der Realität.

Die Mythen vom „übergriffigen und gewalttätigen fremden Mann“ greifen auf Bilder und Geschichten zurück, die seit Jahrhunderten innerhalb von Familien, Dorfgemeinschaften und anderen sozialen Einheiten erzählt werden. Sie sind kulturell verankert, beispielsweise in Märchen, Liedern, Gemälden oder auch Filmen. Diese Stereotypen, die sowohl rassistisch als auch sexistisch sind, haben bestimmte Funktionen: Zum einen wird das Bild eines Gewalttäters gezeichnet, welcher als der „Andere“ / der „Fremde“ dargestellt wird. So wird eine Auseinandersetzung mit der Gewalt, die im sozialen Umfeld, in der eigenen Familie oder in der eigenen Pear-Group stattfindet, umgangen oder verschwiegen. Der bekannte oder gar verwandte Täter wird geschont und damit der Konflikt vermieden. Die Auseinandersetzung mit sexuellen Übergriffen, individuellem oder auch strukturellem Sexismus und in der eigenen Gesellschaft wird ausgeblendet. Diese Ablenkung ist rassistisch, weil sie übergriffiges Verhalten von der Herkunft des Menschen ableitet. Im Gegenzug wird die eigene Gesellschaft als die aufgeklärte, zivilisierte und moderne Welt dargestellt.

Zunehmend benutzen Rassist*innen das Thema sexueller Gewalt, um damit ihre Hetze zu verbreiten. Dabei interessiert sie das Thema Sexismus gar nicht. Übergriffe werden dort, wo sie in die rassistische Deutung passen, verbreitet und aufgebauscht. Wo das nicht der Fall ist, eben nicht. Rechte Bürgerwehren, rechtspopulistische Parteien und Bewegungen, wie die AfD und Pegida und nicht zuletzt Neonazis, erklären sich zunehmend als Beschützer „unserer“ Frauen – und machen sie damit zu einem Objekt der eigenen vermeintlichen Männlichkeit und missbrauchen ihre Schicksale aus rein taktischen sowie politischen Gründen.

Was tun? Was tun!

Aus emanzipatorischer Sicht handelt es sich hierbei um eine rückwärtsgewandte Kritik. Die Rechte von Frauen und Homosexuellen werden gerne betont – und damit die Selbstvergewisserung, in jener modernen Gesellschaft zu leben. Gleichzeitig werden Forderungen nach zusätzlicher Gleichstellung, wie die gleichgeschlechtliche Ehe oder der Equal Pay Day, aggressiv zurückgewiesen. Was anstößt, ist der Sexismus der anderen, der „Fremden“. Was in Deutschland passiert, habe angeblich nichts mit Sexismus zu tun.

Wir fordern eine konsequente Bekämpfung des Rechtspopulismus. Der Kampf um Gleichberechtigung und Gleichstellung sexueller und geschlechtlicher Identitäten und Orientierungen ist Teil einer grundsätzlichen Gesellschaftskritik. Wir ringen um die Gleichstellung sexueller und geschlechtlicher Lebensweisen mit dem Ziel der Aufhebung einer diskriminierenden und heteronormativen Gesellschaft.

Quellenverzeichnis:

afawerne.blogsport.de

www.amadeu-antonio-stiftung.de

www.amadeu-antonio-stiftung.de

www.lisa-frauen.de

www.frauenkampftag2015.de

Artikel zuerst erschienen auf www.die-linke-rostock.de.

Frauentagsbrunch

Für Emanzipation, gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit aller Frauen Veranstalten die Vereine „Rostocker für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe“ & „LAG Selbstbestimmte Behindertenpolitik M-V DIE LINKE“ einen Brunch anlässlich des Internationalen Frauentages. Sie laden herzlich dazu ein sich am 8.März 2016 ab 16 Uhr in der Küche der Frieda 23 (Friedrichstraße 23) zu treffen. Sie bitten darum eine Kleinigkeit mitzubringen (egal ob essen oder trinken) und würden sich sehr über eine Anmeldung per E-Mail: info@margitglasow.de oder per Telefon unter der 015202772735

Herzliche Grüße von Deike Ludwig & Margit Glasow

Auf zum CSD 2014!

Details zum Ablauf findet ihr auf csdrostock.com

Unseren Flyer zum CSD 2014 in Rostock findet ihr HIER.

Frauenkampftag 8. März 2014

„Der Internationale Frauen*kampftag steht für den Kampf für rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, ein selbstbestimmtes Leben, für das Recht auf körperliche Unversehrtheit, sowie sexuelle Selbstbestimmung. Beim ersten Internationalen Frauentag 1911 wurden Forderungen nach sozialer und politischer Gleichberechtigung auf die Straße getragen. Auch über hundert Jahre später sind viele Forderungen immer noch aktuell. Wir stellen uns in eine Reihe mit den feministischen Initiativen und Bewegungen und wollen versuchen eine gemeinsame neue feministische Offensive zu organisieren!“

Mehr Infos: www.frauenkampftag2014.de

Viele kleine und große Revolutionen… – If nothing goes right, Go LEFT!

Für grundlegende Veränderungen müssen wir selbst aktiv werden. Um die Profitinteressen der Wirtschaft und rassistische oder sexistische Stimmungsmache zurückzudrängen, braucht es starken gesellschaftlichen Gegenwind. Ob bei der Blockade von Nazidemos, beim Protest gegen Zwangsräumungen in der Nachbarschaft oder, oder, oder: Wir müssen unseren Arsch hochkriegen! Wir kämpfen für mehr Mitbestimmung in Schulen für, selbstverwaltete Jugendzentren, für mehr Demokratie statt nur Stellvertretung. Wir brauchen öffentliches statt privates Eigentum, einen Bruch mit der Profitlogik. Wir wollen die Gesellschaft, in der der Profit alles und der Mensch nichts zählt, radikal verändern. Und was ist mit dir?

Stell dir mal vor… wir würden uns nicht mehr als Mann und Frau, sondern als Menschen begegnen!

Stell dir mal vor… wir würden uns nicht mehr als Mann und Frau, sondern als Menschen begegnen! Stell dir vor, die Politik wäre darauf bedacht, das Konstrukt Geschlecht zu relativieren und das Geschlecht würde ebenso wie andere Kategorisierungen nicht mehr als vorgegebene Norm akzeptiert werden. Stell dir vor, wir würden in einer antikapitalistischen und antisexistischen Gesellschaft leben. Die Strukturen, die Männern mehr Macht geben, wären überholt. Und wir würden uns nicht mehr in „Mann und Frau“ einteilen, sondern uns als „Menschen“ begegnen.

Das Gesetz sichert die Gleichberechtigung der Geschlechter und verbietet die Diskriminierung auf Grund dessen. Doch wir leben in gesellschaftlichen Strukturen, die weit älter sind als diese Gesetze. Das Patriarchat, die Vorstellung von der übergeordneten Rolle des Mannes im Haus und Gesellschaft, ist tief in unserer Geschichte und unserem Denken verankert. Menschen werden nach ihrem biologischen Geschlecht sozialisiert und bekommen Normen gelehr,t die vermitteln was „männlich“ und was „weiblich“ ist. Solche Normen werden immerzu wiederholt. Sie führen zu Klischees, die sich am Leben erhalten, selbst wenn bewiesen wird, dass sie haltlos sind. Die Zuschreibung von geschlechtsspezifischen Eigenschaften gehört zur kapitalistischen Verwertungslogik, genau wie das gegeneinander ausspielen anderer Stereotype. So zeigen die Medien, wie eine Frau auszusehen hat und wie stark ein Mann sein muss. Bilder, die junge Menschen oftmals überfordern und sie unter Druck setzen einem Ideal nachzueifern, das fern der Realität ist. Wer sich den Kategorien der Geschlechter nicht unterwirft, wird schnell gesellschaftlich ausgegrenzt und diskriminiert, nicht selten werden solche Menschen sogar Opfer von Gewalttaten. Die Diskriminierung von Frauen hat zwei besonders wichtige Aspekte: Zum einen die ökonomische Benachteiligung, zum anderen den der Objektivierung. Die ökonomische Benachteiligung wird sichtbar, da Frauen zum einen noch immer 23 % weniger als Männer verdienen, selbst wenn sie den gleichen Beruf ausüben. Im Niedriglohnsektor sind 80 % der Beschäftigten weiblich, das heißt, dass Frauen häufiger auf Transferleistungen des Staates angewiesen sind. Dazu kommt, dass hauptsächlich Frauen alleinerziehend sind und so auch Kinder in diese Abwärtsspirale hineingezogen werden. Durch schlecht bezahlte, meist befristete Arbeit und Ausfälle durch Mutterschaft haben Frauen oft das Problem, dass sie nur eine geringe Rente erhalten. Die so genannte Altersarmut ist bei Bürgerinnen deutlich höher als bei männlichen Senioren. Die Reproduktions- und Pflegearbeit, die hauptsächlich von Frauen verrichtet wird, ist nicht als Arbeit anerkannt, die neoliberale Politik versucht vielmehr, mit einer Minimalbezahlung von Heimbetreuung die unzureichende Sozial- und Familienpolitik zu vertuschen und Frauen wieder an den Herd zu fesseln. Das Betreuungsgeld ist ein Rückschritt in eingemottete patriarchalische Zustände.

Wir lehnen jegliche Form der Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer geschlechtlichen Zuordnung oder ihrer Sexualität ab. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass in Bewusstsein und Nachdenken über männlich dominierte, diskriminierende Strukturen entsteht, um diese zu überwinden. Ein nächster Schritt sind sozialpolitische Maßnahmen, um die finanzielle Gleichstellung der Frau zu gewährleisten und eine Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Quoten sind ein wirksames erstes Mittel zur Förderung von Frauen in gehobenen politischen und wirtschaftlichen Positionen sein, Sie können aber kein dauerhaftes Mittel sein. Vielmehr muss die Politik auf die Befähigung junger Frauen setzen und mehr Aufklärungsarbeit leisten. Junge Frauen dürfen im Beruf nicht mehr wegen ihrer möglichen Schwangerschaft benachteiligt werden. Einfache Fördermaßnahmen und Zusatzprogramme können hier schon von Nutzen sein. Beide Elternteile müssen in gleichem Maße in die Familienpolitik einbezogen werden und bei Erziehungsjahren berücksichtigt werden, um die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu beschränken und festgefahrene willkürliche Geschlechterrolen aufzubrechen.

Keine Bühne für Gewalt und Homophobie! – Linksjugend [’solid] zeigt Xavier Naidoo und Kool Savas an

Mit ihrem Album „Gespaltene Persönlichkeit“ erreichten die Musiker Xavier Naidoo und Kool Savas vor kurzem Platz 1 der deutschen Albumcharts. Hierbei handelt es sich allerdings, was man bei Naidoo vermuten könnte, nicht nur um Softpop mit christlichem Einschlag. Das Album enthält einen sogenannten ‚Hidden Track‘ mit dem Titel „Wo sind“, in dem das Musiker-Duo satanistische Rituale kritisiert. In dem Lied heißt es unter anderem:

„Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“

Josi Michalke, Bundessprecherin der Linksjugend [‚solid] erklärt hierzu: „Dieser Song transportiert Menschenfeindlichkeit, Gewaltverherrlichung und Homophobie. Hier werden auf haarsträubende Art und Weise satanistische Rituale mit Kindesmissbrauch mit Pädophilie mit Homosexualität gleichgesetzt. Das ist eine Frechheit.“ Naidoo inszeniere sich als der Kämpfer für das Gute mit Heiligenschein, in Wirklichkeit aber offenbare er eine verquere Weltsicht und stachele zu Gewalt und Selbstjustiz an.

Michalke weiter: „Auch wenn man den aggressiven Text als solchen nimmt, stellt er einen Angriff auf die Menschenwürde und eine Verherrlichung von Gewalt dar, der auch durch die Kunstfreiheit nicht mehr gedeckt ist. Dass ein bundesweit bekannter Musiker, der auch regelmäßig in verschiedenen Fernseh-Shows vor einem Millionenpublikum auftritt, dieses Gedankengut versteckt und unbehelligt an seine Fans weitergeben können soll, können und wollen wir nicht akzeptieren. Das Lied ist insoweit auch Ausdruck der allgemeinen Homophobie in der Mitte der Gesellschaft.

Strafrechtlich sehen wir einen Anfangsverdacht wegen eines Aufrufs zur schweren Körperverletzung und zum Totschlag und wegen Volksverhetzung gegen Xavier Naidoo und Kool Savas, mit bürgerlichem Namen Savaş Yurderi, als gegeben an. Aus diesem Grunde haben wir heute Strafanzeige bei den Staatsanwaltschaften Berlin, Mannheim und Hannover erstattet. Die Anzeige richtet sich darüber hinaus gegen die Verantwortlichen der Vertriebsfirma Tonpool Medien GmbH sowie der Plattenlabels Naidoo Records und Essah Entertainment.

Unabhängig von einem möglichen Ermittlungsverfahren gegen die beiden Musiker, müssen sie sich öffentlich von diesem Lied distanzieren und es von dem Album entfernen. Wir rufen zu Aktionen an den Auftrittsorten von Naidoo und Savas auf und fordern die Betreiber von Veranstaltungsorten dazu auf, Konzerte abzusagen, solange eine Aufführung des Liedes nicht ausgeschlossen ist. Keine Bühne für Homophobie!“

Witze mit Barth: »Solid hat die volle Unterstützung des Landesvorstands«

Darf man Mario Barth öffentlich kritisieren und dabei ein Bild von ihm verwenden? Nein, findet der Stadion-Komiker – und geht rechtlich gegen die Linksjugend im Nordosten vor. Die bleibt aber bei ihrer Kampagne gegen »sexistische Rollenklischees«.

Der Komiker Mario Barth weiß sehr gut, wie man die Massen zum Brüllen bringt. Auch wenn seine Karriere zuletzt etwas zu stagnieren scheint, ist der Mann in die Geschichte der Populärkultur eingegangen, als er es schaffte, das gefüllte Berliner Olympiastadion mit seinen Stammtisch-Scherzen zu unterhalten. Wie bei so vielen »Großen« liegt das Barth-Geheimnis in der Reduktion. Seine Witze beruhen im Grunde auf stets der gleichen Pointe: Dass Männer halt so und so seien, Frauen aber ganz anders (und letztlich doch ein bisschen bescheuerter) als Männer. Diese Pointe kann man witzig finden oder peinlich – fraglos aber ist ihr Inhalt zumindest mittelbar politisch. Barth-Witze beruhen, wenn auch im »Spaß«, auf Aussagen über den unwandelbaren, biologisch begründeten Charakter der größten »Gruppe« von Menschen, die es gibt. Und die noch immer objektiv benachteiligt ist. »Sexistische Rollenklischees haben so einen Barth«, heißt in einem kritischen Sinn auf einem Aufkleber, den die Linksjugend aus Mecklenburg-Vorpommern im Internet präsentiert, unterlegt mit einem mäßig vorteilhaften Barth-Porträt.

Eine Handelsmarke
Das wiederum kann man zwar humorlos finden, treffend ist es allemal. Es dürfte sich kaum eine soziologische Universitätskraft halbwegs aktuellen Datums auftreiben lassen, die nach Quellenstudium zu einem anderen Urteil fände.

Dass Barth den Aufkleber nun verbieten lassen will, beruht insofern auf einem Missverständnis. Wo die Linksjugend solid den Geschlechter-Komödianten als politische Figur betrachtet, gegen oder für den man öffentlich auftreten darf, sieht sich Barth selbst offenbar ganz »unpolitisch«: als reine Handelsmarke. Wer sein Gesicht abbildet, und das scheint auch logisch im Barth-Universum, kann nichts anderes im Sinn haben als Werbung. Und wer werben will muss zahlen: an Mario Barth, den Inhaber der Marke »Mario Barth«.

Dass die mit dem Bild verbundene Botschaft jedoch nicht »Barth« lautet, sondern »Anti-Barth«, macht für den solid-Landesvorstand den entscheidenden Unterschied aus. »Wenn Mario Barth sich als eine geschützte Marke versteht, dann ist es richtig, dass wir, sofern man uns eine Werbeabsicht unterstellen kann, gegen das Urheberrecht verstoßen«, heißt es dort inzwischen. »Eigenwerbung liegt uns aber fern. Wir beabsichtigen eine Aufklärung gegenüber den psychologischen Herrschaftsmechanismen dieser männerdominierten Gesellschaft.«

Deshalb hat der Verband, der am Donnerstag zunächst das Motiv zurückgezogen hatte, nun auf Anraten des Anwalts einen »Relaunch« vorgenommen: Barth sei eine Person der Zeitgeschichte; die Veröffentlichung sei daher im Sinne des Artikel 5 im Grundgesetz geschützt. So sieht es auch der LINKE-Landesvorstand. »Solid hat die volle Unterstützung des Landesvorstands«, sagt Landesparteichef Steffen Bockhahn.

Werbung für solid
Wie Barth nun darauf reagiert, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Er mag sich vorkommen wie Thilo Sarrazin, der sich immerhin erfolgreich gegen eine Inanspruchnahme durch seine rechten Gesinnungsgenossen wehren konnte. Aber andererseits brächte ein Prozess ja genau das, was Barth doch nicht zulassen will: Werbung für solid im Nordosten.

Quelle: Neues Deutschland vom 08.11.2011

Pressemitteilung: „Sexistische Rollenklischees haben so einen Barth“ – Relaunch des Motivs

Nachdem die linksjugend [’solid] M-V am Donnerstag zunächst unter Vorbehalt der Aufforderung des Rechtsanwalts Christian Schertz nachgekommen war o.g. Stickermotiv nicht weiter zu verbreiten, steht dieses nun erneut auf der Homepage www.solid-mv.de zum Download bereit. Dazu erklärt der Pressesprecher der Jugendorganisation Robert Wollenberg: „Mit der vorbehaltlichen Rücknahme des Motivs wollten wir unseren guten Willen verdeutlichen die Auseinandersetzung mit Herrn Mario Barth in beiderseitigem Einvernehmen außergerichtlich beizulegen.
Wir sind aber zu keiner Zeit davon ausgegangen, dass die vom Anwalt Herrn Barths vorgetragene Position, wir würden mit der Verbreitung dieses Motives rechtswidrig in die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten eingreifen, zutreffend ist. Nach Rücksprache mit unserem Rechtsanwalt Jörg Schindler fühlen wir uns in unserer Rechtsauffassung bestärkt, dass Herr Mario Barth, der mit seinen Bühnen- und TV-Programmen in der Öffentlichkeit steht, für Aussagen, die er in diesem Rahmen tätigt auch unter Nutzung seines Bildnis kritisiert werden darf. Herr Schindler hat daher die unbegründete Forderung von Herrn Barth gestern zunächst außergerichtlich abgewehrt. Die hierdurch entstandenen Kosten stellen wir Herrn Barth in Rechnung.“
Der LandessprecherInnenrat der linksjugend [’solid] Mecklenburg-Vorpommern bekräftigte auf seinem Treffen am gestrigen Samstag in Rostock, dass der Verband auch weiterhin gegen die Verbreitung sexistischer Rollenklischees vorgehen werde. Dazu wird in der nächsten Woche ein thematischer Flyer veröffentlicht, der sich inhaltlich mit den durch Mario Barth bedienten Rollenklischees auseinandersetzt. Dieser wird in Kürze auch auf der Internetseite www.solid-mv.de zum Download bereit stehen. Außerdem wird es in der nächsten Zeit eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Sexistische Unterdrückungsmechanismen in den Medien“ geben.

Die Jugendorganisation sieht sich hierbei durch die grundgesetzlich garantierte Meinungsäußerungsfreiheit und die Freiheit des politischen Meinungswettstreits gut geschützt. Für o.g. Auseinandersetzung gilt dies insbesondere, da es nie die Absicht der linksjugend [’solid] Mecklenburg-Vorpommern war, Herrn Barth über die thematische Kritik hinaus auch noch zu diffamieren.

Um Veröffentlichung wird gebeten.

Für Rücksprachen steht Ihnen unser Pressesprecher Robert Wollenberg unter folgender Telefonnummer zur Verfügung: 0173 – 649 03 45

Pressemitteilung: Völlig humorloser Komiker hat kein Verständnis von Meinungsfreiheit

Der bekannte Komödiant Mario Barth erwirkt eine Unterlassung gegen den Jugendverband Linksjugend [’solid] Mecklenburg-Vorpommern. Wir informieren an dieser Stelle über den Stand der rechtlichen Auseinandersetzung.

Es ist richtig, dass wir Herrn Mario Barth abgebildet haben. Dies geschah um seinen Äußerungen einen reellen, wahren Namen zu geben: Sexismus. Komödiantisch wie wir sind unter dem Motto: „Sexistische Rollenklischees haben so einen Barth!“

Wenn Mario Barth sich als eine geschützte Marke versteht, dann ist es richtig, dass wir, sofern man uns eine Werbeabsicht unterstellen kann, gegen das Urheberrecht verstoßen haben. Eigenwerbung liegt uns aber fern. Wir beabsichtigen eine Aufklärung gegenüber den psychologischen Herrschaftsmechanismen dieser männerdominierten Gesellschaft. Unser Material beinhaltet eine Meinungsäußerung zu den in Programmen des Herrn Barth immer wieder bedienten Rollenklischees und nimmt insofern Stellung zu dessen Positionierung in der Öffentlichkeit. Auch erweckt sie gerade durch die deutliche Kritik an der Position des Herrn Barth nicht den Eindruck, dass dieser sich mit unserem Verband identifiziere. Ein Geschäftsinteresse verfolgt unser Verband als politischer Jugendverband auch nicht.

Aufgrund seiner Popularität, also des Faktes dass Herr Barth Teil des Öffentlichen Lebens ist, eine Person der Zeitgeschichte, sind seine Persönlichkeitsrechte von uns nicht verletzt worden. Wir gaben keine Informationen aus der Intim-, oder Privatsphäre preis. Unser Handeln beschränkte sich nur auf den Abdruck des Gesichtes von Herrn Barth und ist durch Artikel 5 GG der Pressefreiheit geschützt.

Des Weiteren ist zu klären, ob seine „komödiantischen“ Äußerungen keine politischen Statements darstellen. Im Kampf um Gleichberechtigung stellen Verunglimpfungen, und seien sie noch so unernst gemeint, immer einen Teil der Unterdrückung dar. Solche Äußerungen stellen im politischen Ringen der vielen Frauenrechtsorganisationen, Gleichstellungsbeauftragten, und auch politischen Organisationen, wie der unseren, eine Positionierung dar. Mario Barth reduziert ein ganzes Geschlecht, die Hälfte der menschlichen Weltbevölkerung auf Schuhe, Einkauf und sonstige, als „frauentypisch“ angesehene Eigenschaften. Diese sind meist negativ behaftet und sprechen Frauen Kompetenzen ab. Sie stellen den Mann über die Frau und zementieren die derzeit herrschenden gesellschaftlichen Mechanismen. Dadurch haben sie politischen Einfluss auf die Öffentlichkeit. Laut Definition der Bundeszentrale für politische Bildung ist Politik: „jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen.“ (http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=MMCTTA) Die Aufrechterhaltung des Status Quo ist ein politisches Ziel: in diesem Fall ein Konservatives. Man muss sich nicht zu einer politischen Organisation bekennen um politisch zu wirken.

Alles in allem sind wir von einem Komiker enttäuscht, der so ernst an diese Sache herangeht. Eine komödiantische Auseinandersetzung z. B. eine Behauptung a la Mario Barth wie: „Bei linksjugend [’solid] M-V sind keine echten Männer, sondern Weichlinge, die sich unter den Pantoffel der Frauen stellen“ hätten wir eher erwartet. Es ist ja allgemein bekannt: Wenn es um die eigene Person geht, werden Komödianten immer gleich ernst, denn ihr Humor bezieht sich immer auf andere. Leider sind das meist die Schwächsten in unserer Gesellschaft.

Pressekontakt: Erik Butter, erik.butter[ätt]yahoo.de, mobil: 0151 55667916




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