Archiv für Juli 2013

Freie Bildung für freie Menschen – Verteilaktion in der Südstadt

Unter dem Motto „Freie Bildung für freie Menschen“ verteilten Aktivist_Innen und Sympathisant_Innen der linksjugend [’solid] Rostock vergangenen Montag in der Rostocker Südstadt Flugblätter im Rahmen der landesweiten Jugendkampagne „stell dir mal vor wie schön das wär‘…“.


Die Forderung ist klar: Freie Bildung für freie Menschen!

Nachmittags zogen die Aktivist_Innen los, um vor allem junge Menschen für das Thema Bildung zu sensibilisieren und Schwächen sowie mögliche Alternativen zum jetzigen Bildungssystem aufzuzeigen. Gezielt wurden Flyer auch in Studierendeheimen verteilt. Dank der großen Einsatzbereitschaft der Genoss_Innen konnte innerhalb weniger Stunden sämtliche Flyer verteilt werden.


Auch die Aushänge in den Wohnheimen informieren über Fehler im Bildungssystem …


Vereinzelt kleben auch thematisch passende Sticker in der Umgebung

In den kommenden Wochen wird die linksjugend [’solid] im Rahmen der Kampagne unterwegs sein, um die Menschen für linke Themen zu begeistern. Im Folgenden dokumentieren wir den Flyertext:

Stell dir mal vor wie schön das wär, wenn die Schule, die du besuchst, nicht vom Geldbeutel oder dem sozialen Stand deiner Eltern abhängen würden? Wie würdest du es finden, wenn du nach der Schule eine reale Perspektive auf ein Studium oder eine berufliche Ausbildung hättest?
Wer aus reichen Familien kommt, wird nach der grundschule bevorzugt aufs Gymnasium geschickt. In keinem anderen Land Europas hängen die Bildungschancen eines Kinder so sehr vom Geldbeutel der Eltern ab, wie bei uns in Deutschland. Das föderale Bildungssystem in der Bundesrepublik sorgt für zusätzliche Ungleichheiten: Ein Abschluss in MV wird teilweise in Bayern nicht anerkannt.
Die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel, gleichzeitig sind zehntausende junger Menschen ohne Ausbildung. Über eine Million Jugendlicher sind bereits auf HartzIV angewiesen und haben kaum Hoffnung auf eine Ausbildungs- oder Berufsperspektive. Viel zu oft müssen unbezahlte Überstunden und ausbildungs-fremde Tätigkeiten verrichtet werden, zudem ist das Gehalt nicht selten zu niedrig. Frauen verdienen durchschnittlich 100€ weniger als die männlichen Azubis.
Zwar gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine Studiengebühren, doch auch hier müssen sogenannte Semesterbeiträge im dreistelligen Bereich bezahlt werden. Längst nicht alle Student_Innen haben Zugang zu Masterplätzen. Dozenten, die zwar vollgestopft mit Fachwissen sind, aber keinerlei Ausbildung und/oder Erfahrung bei der Vermittlung von Wissen haben, machen die Universitäten darüber hinaus den Student_Innen das Leben schwer.
Bildung als Ware, die nur denjenigen zugänglich ist, die das nötige Kleingeld haben, lehnen wir ab. Ebenso ein Bildungssystem, dessen vorrangiges Ziel die Erziehung wirtschaftlich verwert- und ausbeutbarer Mitläufer_Innen ist. Bildung muss an den Fähigkeiten und Interessen der Menschen orientieren statt die Interessen der Wirtschaft umzusetzen.
Deshalb fordern wir eine Schule für Alle, Lehrmittel- und Gebührenfreiheit im gesamten Bildungssystem, einen radikalen Abbau von Zugangsbeschränkungen und Leistungsdruck sowie umfassende Mitbestimmung der Lernenden in ihren Einrichtungen – egal ob in der Schule, im Betrieb, an der Universität oder in der Berufsschule! Wir wollen nicht in einer Gesellschaft leben, in der die Mehrheit der Menschen ausgebeutet wird, damit eine Minderheit Reichtum anhäuft!

PM: Jugendliche entfernen Nazi-Aufkleber / Hansestadt erhält Rechnung

6 Jugendliche haben am Sonntag, gemeinsam mit Aktiven der Linksjugend [’solid], zahlreiche Nazi-Aufkleber in Lütten Klein entfernt.

Bereits kurz nachdem die Aktionsteilnehmer_Innen begonnen hatten, lief ihnen ein offensichtlich alkoholisierter Mann hinterher. Dieser hob mehrfach den rechten Arm zum Hitlergruß, schrie „Heil Hitler“ und belästigte Passanten, welche daraufhin offenbar die Polizei riefen. Der Mann wurde verhaftet und vorerst ins Rostocker Klinikum eingewiesen.

Der Rest der Aktion verlief störungsfrei. Einige auffällig gekleidete Personen, die offenbar der rechten Szene angehörten, beobachteten die Situation. Sie gingen dann allerdings weiter, ohne dass die Aktion unterbrochen werden musste. Ansonsten erhielt die Gruppe fast durchweg positives Feedback von den vorbeigehenden Bürgern und Bürgerinnen.

Die Linksjugend [’solid] hatte zu der Aktion aufgerufen und im Anschluss die angefallenen Kosten der Stadt Rostock in Rechnung gestellt. Der Grund für die symbolische Rechnung ist die Tatsache, dass das Ordnungsamt der Hansestadt es über Monate hinweg versäumt hatte, die rechtsradikalen Parolen eigenständig zu beseitigen. Offenbar fühlten sich die Täter_Innen dadurch bestärkt, noch mehr Flächen zu bekleben.

Nico Burmeister, Mitglied im Landessprecher_Innenrat der Linksjugend [’solid] MV, äußerte sich zu der Aktion wie folgt:

„Überall da, wo energisch gegen Rechtsextremismus vorgegangen wird, kann rechte Dominanz gebrochen werden. Dazu gehört auch der Wille der Bürgerschaft und der Behörden. Dort hingegen, wo rechte Propaganda geduldet wird, verstärkt sich meistens die Offenheit, mit der die Täter_Innen vorgehen. Oft folgen lautstarke Diskriminierungen und schließlich sogar körperliche Angriffe.
Dass sich der Einsatz und die Aufmerksamkeit lohnen, zeigt auch ein Ereignis der vorletzten Woche. Am 09.07.2013 erhielt die Rostocker Polizei den Hinweis, dass vier Personen im Bereich Warnowallee und Umgebung Aufkleber auf Poller, Lichtmasten und Hauswände sowie Sitzbänke verteilen. Zwei Personen, die solche Aufkleber bei sich trugen, konnte die Polizei daraufhin stellen.
Die Linksjugend [’solid] will sich auch weiterhin dagegen einsetzen, dass Rassismus und Verharmlosung von Naziverbrechen Normalität werden. Wir möchten mit der Aktion Stadt und Bürger_Innen aufrufen, rechte Aktivitäten schnellstmöglich zu melden und zu verhindern, damit nicht noch schlimmeres passiert. Zivilcourage ist immer aktuell.“

Sie möchten weitere Informationen?
Fragen können Sie an unsere E-Mail-Adresse richten: solid-rostock[ätt]gmx.de
Allgemeine Informationen finden Sie unter http://solidrostock.blogsport.de oder unter http://www.solid-mv.de.

Stell dir mal vor… wir würden uns nicht mehr als Mann und Frau, sondern als Menschen begegnen!

Stell dir mal vor… wir würden uns nicht mehr als Mann und Frau, sondern als Menschen begegnen! Stell dir vor, die Politik wäre darauf bedacht, das Konstrukt Geschlecht zu relativieren und das Geschlecht würde ebenso wie andere Kategorisierungen nicht mehr als vorgegebene Norm akzeptiert werden. Stell dir vor, wir würden in einer antikapitalistischen und antisexistischen Gesellschaft leben. Die Strukturen, die Männern mehr Macht geben, wären überholt. Und wir würden uns nicht mehr in „Mann und Frau“ einteilen, sondern uns als „Menschen“ begegnen.

Das Gesetz sichert die Gleichberechtigung der Geschlechter und verbietet die Diskriminierung auf Grund dessen. Doch wir leben in gesellschaftlichen Strukturen, die weit älter sind als diese Gesetze. Das Patriarchat, die Vorstellung von der übergeordneten Rolle des Mannes im Haus und Gesellschaft, ist tief in unserer Geschichte und unserem Denken verankert. Menschen werden nach ihrem biologischen Geschlecht sozialisiert und bekommen Normen gelehr,t die vermitteln was „männlich“ und was „weiblich“ ist. Solche Normen werden immerzu wiederholt. Sie führen zu Klischees, die sich am Leben erhalten, selbst wenn bewiesen wird, dass sie haltlos sind. Die Zuschreibung von geschlechtsspezifischen Eigenschaften gehört zur kapitalistischen Verwertungslogik, genau wie das gegeneinander ausspielen anderer Stereotype. So zeigen die Medien, wie eine Frau auszusehen hat und wie stark ein Mann sein muss. Bilder, die junge Menschen oftmals überfordern und sie unter Druck setzen einem Ideal nachzueifern, das fern der Realität ist. Wer sich den Kategorien der Geschlechter nicht unterwirft, wird schnell gesellschaftlich ausgegrenzt und diskriminiert, nicht selten werden solche Menschen sogar Opfer von Gewalttaten. Die Diskriminierung von Frauen hat zwei besonders wichtige Aspekte: Zum einen die ökonomische Benachteiligung, zum anderen den der Objektivierung. Die ökonomische Benachteiligung wird sichtbar, da Frauen zum einen noch immer 23 % weniger als Männer verdienen, selbst wenn sie den gleichen Beruf ausüben. Im Niedriglohnsektor sind 80 % der Beschäftigten weiblich, das heißt, dass Frauen häufiger auf Transferleistungen des Staates angewiesen sind. Dazu kommt, dass hauptsächlich Frauen alleinerziehend sind und so auch Kinder in diese Abwärtsspirale hineingezogen werden. Durch schlecht bezahlte, meist befristete Arbeit und Ausfälle durch Mutterschaft haben Frauen oft das Problem, dass sie nur eine geringe Rente erhalten. Die so genannte Altersarmut ist bei Bürgerinnen deutlich höher als bei männlichen Senioren. Die Reproduktions- und Pflegearbeit, die hauptsächlich von Frauen verrichtet wird, ist nicht als Arbeit anerkannt, die neoliberale Politik versucht vielmehr, mit einer Minimalbezahlung von Heimbetreuung die unzureichende Sozial- und Familienpolitik zu vertuschen und Frauen wieder an den Herd zu fesseln. Das Betreuungsgeld ist ein Rückschritt in eingemottete patriarchalische Zustände.

Wir lehnen jegliche Form der Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer geschlechtlichen Zuordnung oder ihrer Sexualität ab. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass in Bewusstsein und Nachdenken über männlich dominierte, diskriminierende Strukturen entsteht, um diese zu überwinden. Ein nächster Schritt sind sozialpolitische Maßnahmen, um die finanzielle Gleichstellung der Frau zu gewährleisten und eine Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Quoten sind ein wirksames erstes Mittel zur Förderung von Frauen in gehobenen politischen und wirtschaftlichen Positionen sein, Sie können aber kein dauerhaftes Mittel sein. Vielmehr muss die Politik auf die Befähigung junger Frauen setzen und mehr Aufklärungsarbeit leisten. Junge Frauen dürfen im Beruf nicht mehr wegen ihrer möglichen Schwangerschaft benachteiligt werden. Einfache Fördermaßnahmen und Zusatzprogramme können hier schon von Nutzen sein. Beide Elternteile müssen in gleichem Maße in die Familienpolitik einbezogen werden und bei Erziehungsjahren berücksichtigt werden, um die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu beschränken und festgefahrene willkürliche Geschlechterrolen aufzubrechen.

Neuer Termin für die OG-Treffen

Ab sofort treffen wir uns jeden Mittwoch ab 18Uhr in der Geschäftsstelle der LINKEN in Rostock (Stephanstraße 17) im Obergeschoss. Die Termine Donnerstags entfallen damit natürlich. ;)

Einladung zum Workshop Journalistisches Schreiben 06.07.2013 im Bildungskeller

Wir laden für den 06.07.2013 zum Workshop in Rostock in den Bildungskeller ein. Hier findet ihr eine Wegbeschreibung: Anreisebeschreibung. Peter Steiniger, ein Vertreter der Zeitung „jungeWelt“ wird uns zeigen wie man einen effektive und gute Pressemitteilung, einen eben so guten Flyer-Text und einen Erlebnisbericht eines Ereignisses schreibt. Wir erheben keinen Teilnehmer_innen-Beitrag, aber ihr müsst eine Notebook/Netbook und Schreibmaterialien für euch mitbringen. Der Workshop wird 12.00 Uhr beginnen (wir erwarten euch schon 11.30 Uhr), in mehreren Etappen ablaufen und Nahrungsmittel solltet ihr ich ebenfalls einpacken.
Wenn ihr die technischen Voraussetzungen nicht habt und/oder euch anmelden wollte dann schreibt uns schnell eine e-mail an info[ät]solid-mv.de oder besprecht es mit dem LSR Delegierten aus eurer Ortsgruppe. Die Anmeldung sollte bis zum 5.7.2013 raus sein! Seit aber schnell, denn wir lassen nur 10 Teilnehmer_innen für die Veranstaltung zu.

Nach dem Workshop können wir gemeinsam zu der jungen Welt Veranstaltung in Rostock gehen: „Was brauchen Linke, um erfolgreich zu sein“

Leser-/innentreffen, Gespräch und Diskussion mit Dr. Marianne Linke, Kreisvorsitzende der Partei Die Linke Stralsund und Peter Borak, jW-Verlagsleiter Sonnabend, 6. Juli 2013, 16 -18 Uhr, Café Maya, Wismarsche Straße 21, 18057 Rostock. Die aktuelle politische Situation stellt linke Parteien, Medien und Akteure vor große Herausforderungen, eröffnet aber auch neue Chancen. Letztere werden noch viel zu wenig wahrgenommen. Wie kann man das ändern?




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: