Archiv für November 2012

Georg Schramm: Eigen- oder Fremdblut

Deutsche Rüstungsexporte außer Kontrolle: Vortrag & Diskussion am 22.11. in Stralsund

„Weder frei, noch wild!“ – Gegen das „Frei.Wild“ Konzert in Rostock!

Die Südtiroler Band „Frei.Wild“ gibt sich betont unpolitisch, ihre Texte und ihre Aussagen außerhalb der Bühnen sprechen eine andere Sprache.
Mit der „Feinde-deiner-Feinde-Arena Tour“ will „Frei.Wild“ die größten Hallen in der Bundesrepublik füllen, schon jetzt steht ihr gleichnamiges Album auf Platz 2 der deutschen Albumcharts. Auch in Mecklenburg-Vorpommern macht die Gruppe halt. Am 24. November wird die Band voraussichtlich in der Hanse Messehalle Rostocks spielen, die in Städtischer Hand ist. Die Stadt Rostock überlässt also einer besonders in rechtsradikalen Kreisen beliebten Band ihre Halle.

Was macht Frei.Wild so umstritten?
Philipp Burger, Sänger der Band „Frei.Wild“, war bis vor Kurzem Mitglied der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheitlichen“ in Südtirol und saß schließlich für sie sogar im Stadtparlament von Brixen. Erst auf Anraten des Bandmanagements trat er aus der Partei aus und verließ auch das Parlament. Burger verbreitete anschließend folgende Erklärung:
„Was die Mitgliedschaft bei den Freiheitlichen betrifft: Ich bin aus der Partei wieder ausgetreten und habe auch das Amt niedergelegt, aber nicht deswegen, weil ich Schuldgefühle habe oder mit dem Parteiprogramm nicht einverstanden wäre, soviel ist sicher, sondern weil ich vor allem in der Aussprache mit der Crew, eingesehen habe, dass es zwiespältig ist, Parteimitglied zu sein und gleichzeitig Distanz von der gesamten Politik zu nehmen, da gebe ich euch recht und habe meine Konsequenzen gezogen.“
Der Sänger einer selbst erklärten „unpolitischen“ Musikgruppe ist nicht aus inhaltlichen Gründen aus seiner rechtspopulistischen Partei ausgetreten, sondern aus der Vermarktungslogik seiner Musik heraus.

„Klare Worte“ von Burger?
In einem kürzlich veröffentlichten Video distanziert Philipp Burger sich offiziell von Nazis. Doch wie glaubwürdig sind die Worte Burgers schon, wenn er nicht aus „inhaltlichen Gründen“ bei den „Freiheitlichen“ ausgetreten ist? Darüber hinaus dürfte eine möglichst reibungslose Tour, ohne Proteste, nur positiv für ihn und seine Gruppe sein. Auf Youtube, wo das Video hochgeladen wurde, versucht die Band in der Kommentarspalte die Liedtexte der Nazi-Band „Kaiserjäger“, bei der Burger ebenfalls Sänger war, zu relativieren.
Wie viele einschlägig bekannte Nazi-Bands, zieren „Frei.Wilds“ Liedtexte jede Menge zweideutige Anspielungen und bedienen altbekannte Klischees. So heißt es in einem Liedtext: „All die Verbrechen, all der Schmerz auf dieser Welt wurde euch so oft zuteil, ihr seid arm und meidet Geld. Komisch, dass es euch so gut geht, dass ihr selbst in Reichtum schwebt.“
Wer ist gemeint? Zwar werden im selben Liedtext Priester und Journalisten erwähnt, auf diese passen der Textausschnitt allerdings kaum. Vielmehr scheint hinter dem auf den ersten Blick sehr allgemein gehaltenen Text eine Anspielung auf die Opfer der Shoah zu stecken, die von der Bundesrepublik Entschädigungen erhalten bzw. auf diese seit fast 70 Jahren warten. Genauso wird das antisemitischen Klischee der ewig-reichen und raffgierigen Juden gezeichnet. Nazis, die es gewohnt sind, ihre politische Überzeugung in der Öffentlichkeit teilweise zu verstecken, achten auf solche subtilen Liedtexte.

Extremisten-Jäger „Frei.Wild“?
Während der Europameisterschaft 2012 gab Philipp Burger ein Statement zu einem im Internet kursierenden Bild ab, auf dem ein Stumpf einer abgerissenen Auto-Deutschlandfahne zu sehen war, an dem ein Flyer gegen Nationalismus angebracht war. Dabei gab er unter anderem von sich:
„Meiner Meinung nach langt es auch irgendwann mit dieser ewigen ,Selbstscham‘ und diesem niemals enden wollenden ,Selbsthass‘ jedes deutsch sprechenden Bürgers. […] Auch macht man Vergangenes nicht ungeschehen, indem man schon seit Jahrzehnten davon finanziell Profitierende, lechzend nach einer Daseinsberechtigung für ihr klägliches Dasein, weiter unterstützt und ihre Meinung blind unterstreicht, nur um ja nicht dagegen zu pissen.“ Im Vorletzten Satz seiner Erklärung gibt sich Burger dann auch noch als Extremisten-Jäger zu erkennen: „Zum Foto an sich: Und wieder wurde auf eindrucksvollste Art und Weise eines bewiesen: Extremisten sind Scheisse, egal woher sie kommen!“.
Die Extremismustheorie wird hauptsächlich von Konservativen und Erzkonservativen verbreitet und dient nicht selten dem Zweck, antifaschistisches Engagement gegen zum Beispiel Naziaufmärsche, zu delegitimieren. Sie dient nicht dem Zweck wahre oder vermeintliche Gegner_Innen der Demokratie zu lokalisieren, sondern linke Ideen und linke Politik anzugreifen. Kaum verhohlen zur Schau gestellte antisemitische Liedtexte machen im Falle „Frei.Wilds“ deutlich, wo diese Band politisch steht. Die Verbreitung der Extremismustheorie unterstreicht dies noch einmal.

Weder frei, noch wild!
„Frei.wild“ steht für einen vermeintlich rebellischen, wilden männlichen Lebensstil, in dem der Stärkere das Recht hat. Patriotismus und Verachtung gegenüber Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, prägen genau wie ein latenter Nationalismus die Liedtexte und den gesamten Habitus der Band. Die allzu oft rechtsoffene Zuhörerschaft wird es freuen.

Infos: wederfreinochwild.blogsport.de

Keine Bühne für Gewalt und Homophobie! – Linksjugend [’solid] zeigt Xavier Naidoo und Kool Savas an

Mit ihrem Album „Gespaltene Persönlichkeit“ erreichten die Musiker Xavier Naidoo und Kool Savas vor kurzem Platz 1 der deutschen Albumcharts. Hierbei handelt es sich allerdings, was man bei Naidoo vermuten könnte, nicht nur um Softpop mit christlichem Einschlag. Das Album enthält einen sogenannten ‚Hidden Track‘ mit dem Titel „Wo sind“, in dem das Musiker-Duo satanistische Rituale kritisiert. In dem Lied heißt es unter anderem:

„Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“

Josi Michalke, Bundessprecherin der Linksjugend [‚solid] erklärt hierzu: „Dieser Song transportiert Menschenfeindlichkeit, Gewaltverherrlichung und Homophobie. Hier werden auf haarsträubende Art und Weise satanistische Rituale mit Kindesmissbrauch mit Pädophilie mit Homosexualität gleichgesetzt. Das ist eine Frechheit.“ Naidoo inszeniere sich als der Kämpfer für das Gute mit Heiligenschein, in Wirklichkeit aber offenbare er eine verquere Weltsicht und stachele zu Gewalt und Selbstjustiz an.

Michalke weiter: „Auch wenn man den aggressiven Text als solchen nimmt, stellt er einen Angriff auf die Menschenwürde und eine Verherrlichung von Gewalt dar, der auch durch die Kunstfreiheit nicht mehr gedeckt ist. Dass ein bundesweit bekannter Musiker, der auch regelmäßig in verschiedenen Fernseh-Shows vor einem Millionenpublikum auftritt, dieses Gedankengut versteckt und unbehelligt an seine Fans weitergeben können soll, können und wollen wir nicht akzeptieren. Das Lied ist insoweit auch Ausdruck der allgemeinen Homophobie in der Mitte der Gesellschaft.

Strafrechtlich sehen wir einen Anfangsverdacht wegen eines Aufrufs zur schweren Körperverletzung und zum Totschlag und wegen Volksverhetzung gegen Xavier Naidoo und Kool Savas, mit bürgerlichem Namen Savaş Yurderi, als gegeben an. Aus diesem Grunde haben wir heute Strafanzeige bei den Staatsanwaltschaften Berlin, Mannheim und Hannover erstattet. Die Anzeige richtet sich darüber hinaus gegen die Verantwortlichen der Vertriebsfirma Tonpool Medien GmbH sowie der Plattenlabels Naidoo Records und Essah Entertainment.

Unabhängig von einem möglichen Ermittlungsverfahren gegen die beiden Musiker, müssen sie sich öffentlich von diesem Lied distanzieren und es von dem Album entfernen. Wir rufen zu Aktionen an den Auftrittsorten von Naidoo und Savas auf und fordern die Betreiber von Veranstaltungsorten dazu auf, Konzerte abzusagen, solange eine Aufführung des Liedes nicht ausgeschlossen ist. Keine Bühne für Homophobie!“

Hurrikan Sandy: Auch Cuba Sí-Milchprojekte in Provinz Guantánamo stark betroffen

Am 25. Oktober 2012 wurde der Osten Kubas von einem Wirbelsturm der Kategorie 2 heimgesucht. Vor allem in den Provinzen Santiago de Cuba, Guantánamo und Holguín richtete „Sandy“ Schäden in Milliardenhöhe an. 180.000 Wohnhäuser sowie zahlreiche Schulen und Krankenhäuser wurden beschädigt oder gar ganz zerstört, die Stromversorgung in weiten Teilen der betroffenen Regionen schwer beschädigt. 100.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche wurden verwüstet oder überschwemmt.


Zerstörtes Wohnhaus eines Büffelzüchters im Projektgebiet des Kreises Yateras

Auch die Cuba Sí-Milchprojekte in der Provinz Guantánamo sowie die Filiale unserer kubanischen Partnerorganisation ACPA (kub. Vereinigung für Tierproduktion) in Guantánamo-Stadt erlitten starke Schäden. Obwohl einige Teile der Projekte derzeit noch nicht zu erreichen sind, geht ACPA nach einer ersten Schätzung davon aus, dass Dutzende Wohnhäuser sowie insgesamt 80 Milchviehstallungen beschädigt oder zerstört wurden. Allein die zerstörten Dachflächen in den Projekten werden auf weit über 12.000 m² geschätzt. Hinzu kommen unterspülte Straßen und Wege sowie weggeschwemmte Brücken. Auch Anpflanzungen von Obst, Gemüse, Kaffee sowie Futtermitteln für die Tiere wurden vernichtet.

Allein im Landkreis Niceto Pérez fielen 61 Stallanlagen dem Wirbelsturm zum Opfer. Im Kreis Yateras wurden die Dächer von 18 Wohnhäusern, einem Lager und 12 Stallungen zerstört. Auch die Dächer der beiden Grundschulen im Projektgebiet in den Gemeinden Jaibo und Santa María sind betroffen. Der Unterricht für die Mädchen und Jungen der umliegenden Dörfer kann derzeit nicht stattfinden.

Aufgrund der immensen Schäden in den Projekten ist die Versorgung der Bevölkerung mit Milch und anderen Lebensmitteln derzeit nur unzureichend zu gewährleisten; dies betrifft insbesondere etwa 7.500 Kinder.

Für die Beseitigung der Sturmschäden wollen wir deshalb vor allem Folgendes anschaffen: zwei solarbetriebene Trinkwasseraufbereitungsanlagen mit einer Kapazität von jeweils 2500 Litern pro Tag, Werkzeuge, Baumaterialien, Dachplatten für die Reparatur der beiden Landschulen, zahlreicher Wohnhäuser und Stallungen, Plastiktanks, Material für Zäune, u.v.a.m.

Bitte helft mit Eurer Spende beim Wiederaufbau der Wohnungen, Schulen und Produktionsanlagen!

Bitte helft mit Eurer Spende, damit das Milchprojekt weiterarbeiten kann!

Sonderspendenkonto beim Parteivorstand DIE LINKE/Cuba Sí
Konto-Nr. 13 2222 10
Berliner Sparkasse, BLZ 100 500 00
VWZ: Milch für Kubas Kinder/Guantánamo

Bitte unbedingt Verwendungszweck beachten!
Spendenbescheinigung auf Wunsch

Infos: www.cuba-si.org

Die Nazis und der Kinderschutz …




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