Archiv für August 2012

Aufruf des Rostocker Friedensbündnisses zum Weltfriedenstag 2012

Hände weg von Syrien und Iran! Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen!

Am 1. September 1939 entfesselte das faschistische Deutschland mit seinem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Aus diesem Grund wird jährlich am 1. September der Weltfriedenstag begangen. Das ist kein Anlass zum Gedenken, sondern einer, der den Blick auf das Heute schärft: Die Welt ist keineswegs friedlicher. Profitinteressen bahnen sich sogar immer rücksichtsloser ihren Weg, abenteuerliche Bündnisse werden geschlossen und Neuaufteilungspläne ganzer Kontinente machen die Runde, begleitet von Säbelrasseln und Propagandalügen.

Das jüngste Beispiel ist Syrien. Man setzt darauf, dass die Mär von den romantischen „Rebellen“, die die Revolution des arabischen Frühlings fortsetzen, auch hier Sympathien einfährt. Nicht erklärt wird, wer ihre Unterstützer sind, wie vielfältig die syrische Zivilgesellschaft ist und wie die bundesdeutsche Politik schon jetzt dafür arbeitet, den NATO und EU genehmen Kräften zum Sieg zu verhelfen. Vielleicht wird man dabei sogar ohne Militärschlag auskommen. Das Ziel ist ohnehin ein anderes: die weitere Isolierung und Niederringung des syrischen Verbündeten Iran, der als Machtfaktor den Absichten der wirtschaftlichen Großmächte in dieser Region im Wege steht.

Mecklenburg-Vorpommern ist für die neuen Kriege gut gerüstet. Seit der Bundeswehrreform steht es auf Platz eins der Bundesländer mit der höchsten Militärdichte. Rostock wird „Heimathafen der Deutschen Marine“. Das Marinekommando wird hier eingerichtet. Die Korvetten, die aggressivsten Kriegsschiffe der NATO, sind schon länger da. Eine Imagebroschüre der Stadt zitiert Prominente, die den Standortfaktor Militär für die Entwicklung der Region begrüßen. Gleichzeitig sterben die Werften in Vorpommern. Wir fordern eine friedliche Entwicklung der Region durch Ausbau der Bildungsmöglichkeiten und Erhaltung und Schaffung ziviler Arbeitsplätze!

Die geistige Aufrüstung und die Rekrutierung für die Berufsarmee Bundeswehr findet inzwischen in den Schulen und Hochschulen statt. Im Frühjahr 2012 scheiterte im Landtag ein Antrag auf Aufhebung der Kooperationsvereinbarung zwischen Bildungsministerium und Bundeswehr. Wir wollen im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche für militärfreie Bildung und Forschung vom 24. bis 29. September die Landtagsfraktionen aufsuchen und mit ihnen besprechen, wie dieses Thema im Landtag wieder aufgegriffen werden kann. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen! Wir rufen außerdem alle Friedensbewegten zur Teilnahme am antimilitaristischen Camp der Kampagne „War starts here“ im September beim Gefechtsübungszentrum Heer in der Colbitz-Letzlinger Heide auf. Dort werden die Bundeswehrsoldaten vor ihrem Kriegseinsatz im Ausland trainiert und ab Herbst wird dort die Nachbildung einer Großstadt aufgebaut, in der sich die militärische Aufstandsbekämpfung üben lässt, für die das Bundesverfassungsgericht mit seiner jüngsten Entscheidung den Weg geebnet hat.

Kommt zur Weltfriedenstagsveranstaltung in Rostock am Sonnabend, 1. September, auf den Universitätsplatz!

Ab 10.00 Uhr Informationsstände, um 16.00 Uhr Kundgebung.

Hände weg von Syrien und Iran!

Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen!

Keine Rüstungsexporte!

Kein Militär – nicht im Ausland, nicht im Inland, nirgendwo!

Für den Frieden!

Rostocker Friedensbündnis

“Dieser Deutschland ist ein Dreckskerl”

Musikalisches Gedenken an die Pogrome vor 20 Jahren in Rostock Lichtenhagen


Filou (Berlin Boom Orchestra), Feine Sahne Fischfilet, Kobito und Frittenbude beim Auftritt

Laute Bässe zwischen Neubaublocks. Eine Stimmung zwischen Trauer, Wut und Energie. Menschen, die gegen die rassistische Politik feiern. – Das war eine einzigartige Stimmung. Das war das antirassistische Konzert “Beweg dich für Bewegungsfreiheit!” im Gedenken an die Pogrome vor 20 Jahren in Rostock Lichtenhagen.
Nach der Kundgebung am Neuen Markt und der anschließenden Demo durch Lütten Klein und Lichtenhagen fand unser Konzert direkt auf dem Parkplatz hinter dem Sonnenblumenhaus statt.
Filou vom Berlin Boom Orchestra, Feine Sahne Fischfilet, Kobito und Frittenbude traten auf und machten den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wir danken allen, die dabei waren und geholfen haben, den Bands und Redner_innen, die diesen Abend so ergreifend gestaltet haben und hoffen, dass es für alle nicht nur ein schöner Abend war, sondern dass er auch Energie für weiteres antirassistisches Engagement gegeben hat!


Besucher_innen des Konzertes – im Hintergrund steht das Sonnenblumehaus

Pressemitteilung: Konzert „Beweg dich für Bewegungsfreiheit! in Lichtenhagen

Die bekannten Bands Frittenbude, FeineSahneFischfilet, Kobito und Berlin Boom Orchestra werden am Sonnabend, den 25.08.2012, im Rahmen desGedenkens an die Pogrome vor 20 Jahren bei einem von der Linksjugend [’solid] MV organisierten Konzert in Lichtenhagen auftreten.

Das Motto des Konzertes lautet „Beweg dich für Bewegungsfreiheit“. Dazu erklärt der Pressesprecher der Linksjugend [’solid] Mecklenburg-Vorpommern, Erik Butter: „Gegen die Rufe der Rassist_innen „Deutschland den Deutschen“ möchten wir die Forderung nach uneingeschränkter Bewegungsfreiheit setzen. Wir möchten die Vision einer Welt aufzeigen, in der jeder Mensch leben kann, wo er möchte. Von dieser Welt sind wir auch 20 Jahre nach dem Pogrom von Lichtenhagen noch sehr weit entfernt. Denn noch immer sterben Menschen durch Nazis, durch die Abschottung der Europäischen Außengrenzen, durch Hunger und wirtschaftliche Ausbeutung – an den Folgen eines absurden territorialen Besitzdenkens!“

Und zum Veranstaltungsort erklärt er: „Seit wir unseren Beitrag zum Gedenken an das Pogrom planen, war uns klar, dass wir etwas vor Ort machen wollen. Wir sind deshalb froh, dass es trotz aller Widerstände seitens der Stadt gelungen ist, das Konzert in Lichtenhagen zu organisieren! Während der Planung des Konzertes kam bei uns der Eindruck auf, dass ein Gedenken vor Ort nicht erwünscht ist, weil die Stadt das Pogrom aus Imagegründen lieber vergessen und
verschweigen möchte. Wir möchten laute Bässe gegen das Vergessen einsetzen. Wir möchten die Besucher_innen des Konzerts und die Anwohner_innen ermuntern, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, um eine bessere Zukunft gestalten zu können.“

Das Konzert wird an die Demonstration „Grenzenlose Solidarität“ von Lütten Klein nach Lichtenhagen anschließen und auf dem Parkplatz an der Flensburger Straße stattfinden.

Podiumsdiskussion 20 Jahre nach den Pogromen

18. August 2012 um 19:00 Uhr
im Peter-Weiss-Haus (Doberaner Straße 21)

Im Jahr 1992 tobte sich in Rostock-Lichtenhagen vier Tage lang ein gewalttätiger rassistischer Mob an Migrant_innen aus. „Lichtenhagen“ ist zu einem Symbol für ein Bündnis von Mob und Elite geworden. Viele verschiedene Facetten kommen dabei zusammen:
Rassistische Stimmungsmache von Politik und Medien, ein tagelanges rassistisches Pogrom, der Applaus von AnwohnerInnen dazu, ein vorsätzliches Versagen von Polizei und Justiz.
„Lichtenhagen“ war jedoch auch ein Signal für viele Menschen, die sich gegen Nazis und rassistische Hetze engagiert haben.
Der Journalist Andreas Speit (taz, der rechte Rand) wird die verschiedenen Blickwinkel auf „Lichtenhagen“ im Gespräch mit Zeitzeug_Innen präsentieren und zur Diskussion stellen. Dazu stellt das Berliner Bündnis „Das Problem heißt Rassismus“, dem auch einige bundesweite Organisationen angehören, ihre Inhalte und Zielsetzungen der Demonstration am 25. August vor.

Mehr Infos unter lichtenhagen.blogsport.de

20 Jahre nach dem Pogrom von Rostock Lichtenhagen: Ein großes antirassistisches Programm steht am Wochenende 25./26. August in Rostock bevor

Kundgebung, Demonstration, Konzert und World-Café in Rostock

Es beginnt am Samstag um 11 Uhr auf dem Neuen Markt mit der Kundgebung „Das Problem heißt Rassismus“. Es werden Vertreter antirassistischer Initiativen sprechen. Eine große Rolle wird auch die berühmte Tafel spielen, die wenige Wochen nach dem Pogrom von der französischen Gruppe „Söhne und Töchter der deportierten Juden Frankreichs“ um Frau Beate Klarsfeld am Rostocker Rathaus aufgehängt wurde. Die Reaktion der Behörden bestand in der sofortigen Entfernung der Inschrift, der vorübergehenden Festnahme von 43 und längerfristigen Inhaftierung von 3 Beteiligten. Der Text der Tafel lautet:
„In Rostock und anderen deutsche Städten gingen Menschen im August 1992 mit rassistischen Gewalttaten und Brandstiftungen gegen unschuldige Familien, Kinder, Frauen und Männer vor. Wir erinnern an die Millionen Kinder, Frauen und Männer, die, weil als Juden, Sinti und Roma geboren, dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer fielen. In einer einzigen Nacht unvergeßlichen Grauens wurden am 2.8.1944 die 3000 noch lebenden Menschen im Zigeunerlager Auschwitz-Birkenau durch Gas ermordet. Diese Erfahrungen und historischen Verpflichtungen für das deutsche Volk müssen wachgehalten werden, um zu verhindern, daß sich Gewalt und Menschenverachtung je wiederholen.“

Um 14.00 Uhr beginnt am S-Bahnhof Lütten-Klein die Demonstration „Grenzenlose Solidarität“. Mit Zwischenkundgebungen führt sie zum Sonnenblumenhaus. Wir erinnern daran, dass vor 20 Jahren eine Allianz aus staatlicher Ausländerfeindlichkeit, Medienhetze und Alltagsrassismus zuließ, dass Neonazis und Rassisten Flüchtlinge und Vertragsarbeiter tagelang angriffen.

Die Demonstration geht über in ein antirassistisches Konzert unter dem Motto „Beweg dich für Bewegungsfreiheit“ mit zahlreichen Bands, u.a. „Feine Sahne Fischfilet“.

Am Sonntag um 10.30 Uhr trifft man sich im „Peter-Weiss-Haus, Bad Doberaner Str. 21, zum World-Café mit dem Titel „Lichtenhagen, NSU und alle schauen zu…“ Nach kurzen Inputs werden wir schnell in eine gemeinsame solidarische Diskussion einsteigen. Ziel ist auch eine Vernetzung unserer antirassistischen Aktivitäten und der Austausch über die ganz verschiedenen Lebensrealitäten, die unser Engagement prägen und bestimmen. Wir wollen untersuchen, wie antirassistische Solidarität überhaupt gehen kann – und wo wir an unsere Grenzen stoßen. Es wird für Essen und Getränke gesorgt. Die Veranstaltung wird bis etwa 15 Uhr dauern.

Kommt alle, erzählt es euren Freund_Innen und bringt Fahnen und Transparente mit!

Weitere Infos unter lichtenhagen.blogsport.de

„Beweg dich für Bewegungsfreiheit!“ – Musikalische Abschlusskundgebung am 25.08. in Rostock Lichtenhagen

Am 25. August jähren sich die Pogrome von Rostock Lichtenhagen zum 20. Mal. Damals hatten bürgerliche Medien und Politik mit rassistischen Äußerungen und erlogenen Szenarien einer begrenzten Aufnahmekapazität Deutschlands für Flüchtlinge dazu beigetragen, dass die Situation in Rostock so eskalierte, dass viele Menschen um ihr Leben bangen mussten. Anschließend nutzten die Politiker*innen die Ereignisse um ihre Behauptung zu begründen, dass eine Abschaffung des Grundrechts auf Asyl notwenig wäre.
Neben dem Gedenken an die unmittelbar Betroffenen der Pogrome damals ist es deshalb auch wichtig, sich mit der Asylpolitik der Bundesregierung zu beschäftigen:
Wir gedenken der Flüchtlinge, die aufgrund der Abschottungspolitik der EU an deren Außengrenzen sterben! Wir setzen uns für die Menschen ein, die in Flüchtlingsheimen isoliert und diskriminiert werden! Wir streiten für grenzenlose Freiheit für alle! Mit unserer musikalischen Abschlusskundgebung am 25.8.2012 in Rostock Lichtenhagen wollen wir ein sicht- und vor allem hörbares Zeichen für eine andere Migrationspolitik setzen. Wir wollen tanzend, singend und feiernd für eine solidarische Gesellschaft streiten. Mach mit! Beweg dich für Bewegungsfreiheit!

Mehr Informationen gibt es unter www.solid-mv.de.

PRESSEMITTEILUNG Bündnis „Unsere Bahn soll weiterfahren“

Bündnis wehrt sich gegen zahlreiche Streichungen im Bahnverkehr von MV

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 plant das Verkehrsministerium Mecklenburg-Vorpommern die Streichung von zahlreichen Bahnverbindungen. Vorgesehen sind Taktausdünnungen sowie die Abbestellung einzelner Züge, manche Linien sollen sogar komplett eingestellt werden.


Wann fährt der letzt Zug?

„Diese Einsparungen treffen vor allem Schüler_innen, Auszubildende, Arbeitnehmer_innen sowie die Tourismusbranche, aber auch Senior_innen und die ehrenamtlich Tätigen unseres Landes. In einem Flächenland wie dem Unseren ist es absolut notwendig, durch die Bahn mit einem Mindestmaß an Mobilität ausgestattet zu werden, da beispielsweise die Arbeitswege bei uns besonders lang sind“, so Fabian Scheller vom Bündnis „Unsere Bahn soll weiterfahren“. Das Bündnis fordert das Verkehrsministerium und die Landesregierung auf, diesen Entschluss im Sinne der eigenen Bevölkerung zu überdenken und neu zu prüfen. Dazu hat das Bündnis eine Online-Petition (http://openpetition.de/petition/online/unsere-bahn-soll-weiterfahren) geschaltet und sammelt bereits seit Wochen Unterschriften.

Die Entscheidung wird voraussichtlich, ohne Landtag gefällt und geht somit an großen Teilen der Öffentlichkeit vorbei. Dazu Philip Stern vom Bündnis, „die Bahn stellt vor allem in Mecklenburg-Vorpommern eine ganz besondere Art der öffentlichen Daseinsvorsorge dar. Kulturelle Einrichtungen, Schulen, Berufsschulen oder Ärztehäuser sind häufig schlecht von den Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns zu erreichen, weshalb die Bahn hier eine unheimlich wichtige Aufgabe wahrnimmt.“ Mit dem Erhalt der Bahnverbindungen im größtmöglichen Umfang kann aus der Sicht des Bündnisses einer Verschärfung der voranschreitenden „Landflucht“ in Mecklenburg-Vorpommern entgegengewirkt werden.




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