Archiv für April 2012

Braunes Feedback nach Piraten-Parteitag

Ein Kommentar zur aktuellen Debatte um die Piraten

Auf dem Gestern zu Ende gegangenen Bundesparteitag der Piraten, waren neben der Wahl des neuen Bundesvorsitzenden auch weit aus positive Ansätze in der Abgrenzung der jungen Partei gegen Rassismus und Faschismus zu beobachten. Hunderte Piraten verließen den Sitzungssaal, als der durch krude antisemitische Thesen in seinem Videoblog aufgefallene Dietmar Möws seine Bewerbungsrede zum Bundesvorsitz hielt. Der Parteitag fasste auch eine Erklärung, in der er aussagte, dass “der Holocaust unbestreitbar Teil der Geschichte ist.“ Die Piraten erteilten Leugnern und Relativierern eine Absage, die unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit ihre hasserfüllte Ideologie zu verbreiten versuchen. So weit, so gut, wäre da nicht das Feedback des eigenen Klientels.
In den Kommentaren unter dieser Erklärung finden sich ohne langes Suchen Geschichtsklitterung, Gleichsetzung von Rechts und Links und Anzweifelungen historischer Tatsachen. Der User „hallofreund“ schreibt etwa, dass man sich abgrenzen solle von „den links extremen linken (die genauso verboten werden müssen wie die npd,wenn nicht sogar früher da sie gefährlicher sind als npd denn diese verbrecher haben blut an den händen was die blödmänner von der npd nicht haben)“.
Die Shoa solle man, so „Stefan“ „hinterfragen“, weil es „vom Grundgesetz erlaubt [sei]. Deswegen ist niemand ein Verfassungsfeind, oder gar ein Nazi.“ So zweifeln auch einige Diskussionsteilnehmer die Anzahl der Ermordeten an und bezeichnen die sechs Millionen Toten als per Gesetz erlassenen Fakt, den es anzuzweifeln gilt.
Solche Ansichten und die zunehmende Haltung, dass es sich bei der rechtsextremen Unterwanderung um eine Medienkampagne handelt, geben weiterhin Anlass zum Nachdenken. Entwickelt sich die Partei zu einem Sammelbecken kruder Verschwörungstheoretiker wie Möws oder geht sie weiter den Weg einer klaren Abgrenzung gegen Faschisten jeder Art? Lässt sie es zu, dass demokratische und antifaschistische Kräfte in der LINKEN diffamiert werden? Es bleibt abzuwarten, wie die Partei auf diese Problematik reagiert.
Die Linksjugend [’solid] wird sich am 1. Mai dem rechtsradikalen Mob entgegenstellen. In Neubrandenburg und in jeder anderen Stadt sind auch Piratinnen und Piraten gefordert den Nazis keinen Fußbreit zu überlassen! Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

Quellen: www.piratenpartei.de/2012/04/28/piraten-uberwaltigendes-nein-zu-holocaustleugnung-und-relativierung

Never forget – never give up!


Bild: Carlo Giuliani durfte nur 23 Jahre alt werden.

10 Jahre ist es her, dass die grausame Polizeigewalt um den G8-Gipfel in Genua einem Demonstranten das Leben kostete. Am 20. Juli 2001 wurde Carlo Giuliani von einem Polizisten erschossen.

Die Proteste in Genua zeigten in erschütternder Weise die Vorgehensweise der Polizei, Proteste zu diskreditieren und regierungskritische Bewegungen einzuschüchtern: Provokateure wurden eingesetzt, das Einschleusen von Nazis in die Protestbewegung wurde zugelassen, Gewalt wurde forciert, Beweise wurden gefälscht und eine umfassende Berichterstattung mit allen Mitteln verhindert. In der Folge wurden hunderte Demonstranten, schlafende Globaliserungsgegner, Journalisten und alle, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort waren verletzt…und einer wurde getötet.

Offensichtlich war dieses Vorgehen kein außer Kontrolle geratenes Naturereignis, sondern ein politisch gewollter Akt der Zerschlagung der globaliserungskritischen Bewegung, von der Regierung gewollt und von der Polizei durchgesetzt.

Schon kurze Zeit nach dem G8-Gipfel in Genua hatten die Mainstream-Medien zu einer Kultur der Berichterstattung zurück gefunden, die oberflächliche Schuldzuweisungen in Richtung des „schwarzen Blocks“ und und der „Krawalltouristen“ verteilte und nach wie vor verteilt.

Wir wissen dagegen, dass Eskalationen von Protesten nie ohne Betrachtung der Rolle der Polizei bewertet werden können und diese häufig undurchsichtig und verschleiert ist.

Das Gedenken an die Ereignisse in Genua 2001 ist nach wie vor in uns wach. Wir werden unsere Wut und Trauer nicht vergessen, sondern unsere Energie nutzen, um uns immer wieder gegen die Bedingungen zu erheben, die diese Greuel möglich machten.

Wir sind eine Bewegung des Friedens, der Freiheit, der Toleranz und der Gerechtigkeit. Als solche werden wir allen Bemühungen, unsere Bestrebungen moralisch abzuwerten und zu zerschlagen standhalten. Denn das Streben nach einer beseren Welt wird sich nicht durch Waffen, nicht durch Intriegen, nicht mit Macht und schlechter Berichterstattung
ersticken lassen.

Offener Brief der Linke Jugend- und Hochschulgruppe Magdeburg an die Piratenpartei

Liebe Piratenpartei,

könnt ihr mir erklären, was an eurer Politikmethode besonders demokratisch sein soll? Da ihr ja kein Delegiertensystem pflegt, sondern alle Mitglieder gleichermaßen stimmberechtigt sind, was auf den ersten Blick attraktiv erscheinen mag, müsste, so eure public relations, der Grad an Demokratie höher sein, als bei anderen Parteien. Weit gefehlt. Ich möchte das kurz begründen.

Schauen wir uns zunächst die nackten Zahlen an:

1.393 abgebene Stimmen, davon sind 1.384 gültig, davon entfielen im Auswahlverfahren 992 (auch) auf Schlömer. Von derzeit 14.614 stimmberechtigten Mitgliedern der Partei (insgesamt: 28.600)= 6,68 % der Stimmen der derzeit stimmberechtigten Piraten und 3,46 % aller Parteimitglieder.

Da Nicht-Beitragszahler_innen ja nicht mitmachen dürfen (immerhin stellt diese Gruppe die Hälfte aller Parteimitglieder, so viel zu euren jeden Tag als Rekord verkauften Mitgliederzahlen, was natürlich auch nur ein recht simpler Werbetrick ist), kommt es nun auf die 14.614 beitragszahlenden Mitglieder an. Tja. Leider kann nunmal nicht jede_r ein ganzes Wochenende in Neumünster verbringen, ganz zu schweigen davon, dass das absolut familienunfreundlich ist, was ihr da betreibt. Es öffnet Benachteiligungen Tür und Tor. Es werden die Pirat_innen ausgegrenzt, die entweder Familie haben, arbeiten müssen oder aus sonstigen Gründen nicht am BPT teilnehmen können.

Bei einer lächerlichen Legitimation durch 3,46% der Mitglieder redet ihr von Basisdemokratie? Das kann nicht euer Ernst sein? Möchtet ihr den Menschen ernsthaft diesen Bären aufbinden?

Wisst ihr, ich halte das ja sogar für ziemlich gefährlich. Aufgrund eurer enormen Medienpräsenz seid ihr nun ein maßgeblicher Politisierungsfaktor. Ihr habt als Partei einen Auftrag: politische Willensbildung. Wenn ihr Millionen von Menschen für dumm verkauft und eure Politikmethode als die einzige wahre hinstellt und dabei immer wieder Sprechblasen anbringt, sinkt die Legitimation für andere Politikmethoden, wie z.B. Delegiertensysteme (diese gelten dann allgemeinhin als „verstaubt“ oder wahlweise auch „antiquiert“). Kurzum: vielleicht ist euch das ja nicht bewusst. Sicherlich wollt ihr das auch gar nicht. Ich glaube euch, dass ihr democracy magic findet. Ich tue das auch. Aber bitte lasst das passive Verunglimpfen demokratischer Prinzipien anderer Parteien, indem ihr euch als Träger_innen des neuen goldenen Kelches geriert.

Auf eurem Bundesparteitag sind mir noch einige andere höchst diskutable Dinge aufgefallen, die teilweise eine Verletzung demokratischer Prinzipien darstellen: ihr hattet keine Wahlkabinen, es brauchte Unterstützer_innen, also eine Unterschriftenliste, für Kandidat_innen, die Trennung von Amt und Mandat wurde mit einer Mehrheit abgelehnt.

Das alles zusammengenommen legt mir nur eine Schlussfolgerung nahe: ihr seid nicht halb so basisdemokratisch, wie ihr vorgebt zu sein. Ganz sicher gibt es direktdemokratische Elemente in euren Methoden (liquid feedback usw.), aber all das negiert nicht das Demokratiedefizit auf dem Bundesparteitag: immerhin ist dieser das höchste Gremium einer Partei! Ich bitte euch eindringlich, kritisch mit diesen Zuständen umzugehen und die Leute nicht zum Narren zu halten. Letzteres könnte ziemlich nachhaltige Auswirkungen auf den Politikbock der Menschen haben, die euch mal toll fanden.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Fietzke

Quelle: www.linke-jugend-md.blogspot.de

Aktion gegen die Praxisgebühr in der Südstadt und der KTV


Foto: Die Flugblätter fanden schnell den Weg in die Briefkästen

Seit der „Rot-Grünen“ Bundesregierung unter Gerhard Schröder gibt es in der Bundesrepublik die sogenannte Praxisgebühr. Sie ist einer der am meisten verhasstesten Teile der sogenannten Agenda 2010. DIE LINKE hat seit der Einführung der Praxisgebühr gegen diese grundlegend falsche Maßnahme, die den angeblich klammen Krankenkassen aus der Patsche helfen sollte, protestiert.

Diesen Mittwoch verteilten Aktivist_Innen der linksjugend [’solid] Rostock ein thematisch passendes Flugblatt der LINKEN, dass unter dem Motto „Gesundheit ist keine Ware! Die Praxisgebühr ist irr- und unsinnig!“ steht.


Foto: „Unsinnig und unsozial“ – Flyer gegen Praxisgebühren

Neonazis bezeichnen die Südstadt gerne als ihren „Kiez“, regelmäßig wird hier NPD Propaganda in die Briefkästen geworfen, auch rechtsradikale Sprayerein sind keine Seltenheit. Abgerissene Nazi-Aufkleber hängen an fast jedem Laternenpfahl. Um so wichtiger ist vor Ort die Besetzung politischer Themen von links. In wenigen Stunden konnte fast die gesamte Südstadt abgelaufen werden. Auch ein grimmig dreinschauender junger Mann in schicker Thor-Steinar-Jacke konnte daran nicht viel ändern, dass ein Flugblatt nach dem anderen in die Briefkästen seiner Nachbarn landete. Ärgerlich musste er zur Kenntnis nehmen, dass wir die Südstadt nicht den rechten Rattenfängern überlassen werden.

Doch damit war noch lange nicht Schluss. Nachdem die Südstadt mit den Flyern versorgt war, ging es weiter in die Innenstadt. Auf dem Weg dort hin konnten noch die letzten in dem Viertel geklebten Nazi-Aufkleber entfernt werden. Anschließend wurden auch in der Innenstadt die Bürger_Innen mittels Flugblättern in ihren Briefkästen auf das Problem der Praxisgebühr aufmerksam gemacht.

Die Aktion kann nur als Erfolg gewertet werden. Bei sinkenden Nettoeinkommen und einer zunehmenden Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung stellt die Praxisgebühr eine besondere Belastung dar, eine Belastung, die den Armen in die Tasche greift und den Reichen noch mehr Geld zuschanzt.


Foto: In der Südstadt haben Nazis nichts zu melden

Nazis weichen in die Ihlenfelder Vorstadt aus

Das Ordnungsamt des Kreises Mecklenburgische Seenplatte hat sich reichlich Zeit für Entscheidungen zu den Aktivitäten am Ersten Mai gelassen. Nach einer vollmundigen Ankündigung im Nordkurier, das Demonstrationsrecht auch für verfassungsfeindliche Kriminelle durchzusetzen, wurden keine Ergebnisse präsentiert und der Protest gegen einen Neonazi-Aufmarsch in der Vier-Tore-Stadt in der Warteschleife gehalten. Nun ist es die NPD selbst, die den Deal, den Ordnungsamtsleiter Rainer Plötz mit den Anmeldern Michael Grewe und Jens Blasewitz gemacht hat, veröffentlicht. Das wird auch Zeit, will sie nun nämlich den braunen Umzug in der Ihlenfelder Vorstadt (Treffpunkt auf dem Parkplatz Ihlenfelder Straße/Ecke Johannesstraße) auflaufen lassen, weil in der Oststadt bereits eine Demonstration angemeldet war. Das kleine Viertel, was 2009 noch „nicht attraktiv“ genug war, muss nun also als Rettungsring herhalten um die Blamage für den NPD-Landesverband nicht allzu offensichtlich zugeben zu müssen. Kommentarlos wurde nun der Startpunkt unter dem Demonstrationsaufruf geändert.

Die Nazis wollen es wissen, wir haben die Antwort – am Ersten Mai, gemeinsam und friedlich, in Neubrandenburg.

Quelle: www.nbnazifrei.blogsport.eu

Am 1. Mai gemeinsam Nazis blockieren in Neubrandenburg!

Quelle: www.youtube.de

Buskarten nach Neubrandenburg am ersten Mai sichern!

Es sind nur noch wenige Tage bis Neofaschist_Innen durch Neubrandenburg marschieren wollen. Am Montag gibt es dazu eine Mobi-Veranstaltung. Als besonderes Schmankel wird es dort neben den letzten Informationen auch Busfahrkarten in die Vier-Tore-Stadt geben. Die Karte wird fünf Euro kosten. Auch am Donnerstag wird es nach dem wöchentlichen Poldo im Peter-Weiß Haus Karten zu kaufen geben.


Bild: Gemeinsam Nazis blockieren in Neubrandenburg!

Hier die Veranstaltungen im Detail:

23. April ab 20Uhr im Café Median: Neubrandenburg Nazifrei – Am 1. Mai gemeinsam blockieren!
Mit Bekanntwerden der geplanten Neonazidemonstration am 01. Mai 2012 in der Neubrandenburger Oststadt, gründete sich das Bündnis „Neubrandenburg Nazifrei!“. Das Bündnis setzt sich aus Vereinen und Verbänden, engagierten Bürger_innen, Künstler_innen und Unternehmer_innen zusammen. Zielsetzung ist es, durch eine breite gesellschaftliche Zusammenarbeit die geplante Demonstration der NPD am 1.Mai in Neubrandenburg abzuwenden.

26. April ab 20Uhr im Peter-Weiß Haus: „Vokü’s in Rostock – die Gesichter und Gedanken hinter dem Suppenteller“
„Grad keine Zeit, aber lass uns das einfach heut abend in der JAZ-Vokü bequatschen.“
Ein Satz der für manche Menschen Normalität und gleichzeitig unverständlich ist für Menschen, die nichts mit den Abkürzungen JAZ und Vokü anfangen können. JAZ steht für Jugend Alternativ Zentrum. Und dort serviert jeden Mittwoch eine Volksküchen/Vokü-Crew ab 20.oo Uhr leckere kulinarische Köstlichkeiten.
Die Idee der Vokü ist, dass sich jede_r einmal am Tag ein leckeres und erschwingliches Essen leisten kann – für eine Mahlzeit wird eine Spende von 1,50 bis 3,oo € erbeten.
In Rostock gibt es fünf Gruppen, die zu unterschiedlichen Wochentagen regelmäßig zur Vokü einladen: im JAZ, im Peter-Weiss-Haus und im Median, aber auch in der neu entstandenen PolyVOLT-Halle und im Bildungskeller in der Ulmenstraße.
Wir laden Mitglieder von jeder Gruppe ein und wollen heraus finden, warum jemensch seine Zeit ehrenamtlich ins Kochen steckt, obwohl sie auch in einer Großküche gegen Geld kochen oder einfach auf der faulen Haut liegen könnte. Außerdem interessiert an diesem Abend:
Wie funktioniert so eine Vokü-Orga eigentlich von der Idee bis zur Suppe auf dem Teller?
Zu welchem Anlaß kochen die Vokü-Gruppen am liebsten – in einer festen Küche, waehrend einer Schienenblockade oder auf der Fusion?
Und kann man da eigentlich einfach mitmachen – und wenn ja, wo?

Weitere Infos gibt es zeitnah bei INO oder bei MV nazifrei! ;-)

Quelle: ino.blogsport.de

Rostock in der Nazi-Zeit: Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie

Neben mo­to­ri­sier­ten Bo­den­trup­pen, die vor allem Pan­zer und Last­wa­gen be­nö­tig­ten, war für die deut­sche „Blitz­krieg“-​Tak­tik die Zer­stö­rung geg­ne­ri­scher Ziele aus der Luft un­er­läss­lich. Darum war die Ent­wick­lung neuer Flug­zeu­ge für das Na­zi-​Reich kriegs­ent­schei­dend. In Ros­tock sie­del­ten sich ab 1932 die Hein­kel-​Wer­ke an, die unter dem NS-​Re­gime schnell an Be­deu­tung ge­win­nen soll­ten. Bald wuchs der Hein­kel-​Flug­zeug­bau zum größ­ten In­dus­trie­be­trieb Meck­len­burgs heran. Bei Kriegs­aus­bruch wur­den die Flug­zeug­fa­bri­ken noch wich­ti­ger, galt es jetzt doch den Nach­schub für die ver­bre­che­ri­schen Er­obe­rungs­krie­ge zu si­chern. Neben den Hein­kel-​Wer­ken sie­del­ten sich auch die Ara­da-​Wer­ke und in War­ne­mün­de die Nep­t­un­werft an.

InoHro
Bild: Denk­mal für 1.​400 Zwangs­ar­bei­ter_In­nen, die in Ros­tock für den Hein­kel-​Kon­zern unter men­schen­ver­ach­ten­den Be­din­gun­gen ar­bei­ten muss­ten.
Quelle: www.ino.blogsport.de

Die kriegs­wich­ti­gen Fa­bri­ken mach­ten Ros­tock und War­ne­mün­de zu einem eben­falls wich­ti­gen Ziel bri­ti­scher und US-​ame­ri­ka­ni­scher Luft­an­grif­fe. Soll­te in vie­len Städ­ten schlicht der „Durch­hal­te­wil­le“ der deut­schen Be­völ­ke­rung ge­bro­chen wer­den, hat­ten die Bom­bar­die­run­gen in Ros­tock doch eine ganz klare mi­li­tä­ri­sche Be­deu­tung. Ins­be­son­de­re, nach­dem die zu­künf­ti­gen Sek­to­ren­gren­zen der Al­li­ier­ten nach dem Ende des Krie­ges be­schlos­sen waren, war klar, dass Städ­te im so­ge­nann­ten „Mit­tel­deutsch­land“, also die heu­ti­gen Neuen Bun­des­län­der, an die So­wjet­uni­on fal­len wür­den. Das er­höh­te die Dring­lich­keit der Zer­stö­rung von Städ­ten wie Ros­tock noch ein­mal. Die USA und Groß­bri­tan­ni­en woll­ten der So­wjet­uni­on mög­lichst wenig in­tak­te In­fra­struk­tur ge­wäh­ren. Der nächs­te Kon­flikt, der Kalte Krieg, war schon ab­seh­bar. Die teil­wei­se meh­re­re Tage an­dau­ern­den Luft­an­grif­fe un­ter­bra­chen die deut­sche Kriegs­pro­duk­ti­on al­ler­dings meist nur kurz­zei­tig, so­dass unter an­de­rem die Hein­kel Flug­zeu­ge den­noch fer­tig ge­stellt wur­den. Um ge­nü­gend Ar­beits­kräf­te für die Pro­duk­ti­on zu Ver­fü­gung zu haben, wur­den etwa 1.​400 so­wje­ti­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne für die Hein­kel-​Wer­ke an­ge­for­dert. Diese muss­ten für die NS-​Kriegs­pro­duk­ti­on unter bar­ba­ri­schen Be­din­gun­gen ar­bei­ten.

Trotz groß­spu­ri­ger Worte des Reichs­statt­hal­ter Hil­de­brandt, bis zum „End­sieg“ zu kämp­fen, floh die­ser beim Her­an­na­hen der Roten Armee mit dem Groß­teil sei­nes Sta­bes. Die Na­zi­füh­rung schlich sich heim­lich davon, wäh­rend alte Män­ner des Volks­sturms und klei­ne Kin­der der Hit­ler-​Ju­gend sowie ei­ni­ge Reste der Wehr­macht den „Ab­wehr­kampf“ um Ros­tock füh­ren soll­ten.
Am Mor­gen des 1. Mai 1945 roll­ten die so­wje­ti­schen Pan­zer des Kom­man­deurs Di­mit­rew­ski aus Rich­tung Tes­sin mit auf­ge­ses­se­ner In­fan­te­rie auf Ros­tock zu. Die Müh­len­damm­brü­cke war zwar noch ge­sprengt wor­den, den­noch ge­lang­ten die Rot­ar­mis­ten über den Ver­bin­dungs­weg und die Pe­tri­brü­cke in die In­nen­stadt. Sie kamen noch am Vor­mit­tag in der Stadt an und be­setz­ten sie. Durch klei­ne­re Schar­müt­zel kamen noch dut­zen­de so­wje­ti­sche Sol­da­ten ums Leben, die heute am Pusch­kin­platz in Ros­tock bei­ge­setzt sind. Noch am sel­ben Tag fuh­ren Ein­hei­ten der so­wje­ti­schen Pan­zer­di­vi­si­on wei­ter Rich­tung Wes­ten und be­frei­ten eben­falls na­he­zu kampf­los Do­ber­an und an­de­re Ort­schaf­ten. Ob­wohl Ros­tock die für das NS-​Reich wich­tigs­te Stadt in Meck­len­burg war, war die Er­obe­rung durch die Rote Armee nicht mehr als eine mi­li­tä­ri­sche Rand­no­tiz. Nur eine Woche spä­ter soll­te der Krieg end­gül­tig vor­bei sein.

Quelle: www.ino.blogsport.de

Aufruf des Bündnisses Neubrandenburg Nazifrei

Naziaufmarsch verhindern !

Am 1. Mai 2012 will die NPD mit 300 Nazis aus ganz Mecklenburg Vorpommern in der Neubrandenburger Oststadt aufmarschieren. Nachdem breite Bündnisse 2010 den Naziaufmarsch in Rostock verkürzten und 2011 in Greifswald stark einschränkten, werden du, er, sie, es – WIR uns diesem Beispiel in Neubrandenburg anschließen und die NPD-Demonstration auch hier blockieren. Trotz der Versuche mittels verschiedener, angemeldeter Veranstaltungen in der ganzen Stadt das mögliche Aufmarschgebiet der Nazis zu belegen und eigene Akzente zu setzen, ist zu erwarten, dass die NPD alle Möglichkeiten für ihre Demonstration ausspielen wird.

Der Naziszene in Neubrandenburg wurde lange wenig Aufmerksamkeit gewidmet, so dass deren Entwicklung in der Stadt im Vergleich zu anderen Orten in Mecklenburg-Vorpommern kaum auffiel. Dass nach der Landtags- und Kreistagswahl 2011 Neonazis nicht mehr “nur” im Landtag sitzen, sondern auch mit 6,3 Prozent der Neubrandenburger Wähler_innenstimmen in dem Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte, ist ein Beleg für das weitere Erstarken der Nazipartei. Mit den kontinuierlichen Wahlerfolgen und der weiter steigenden Akzeptanz bis in “die Mitte der Gesellschaft” hinein, zeigt die bis vor wenigen Jahren noch unorganisierte Naziszene vermehrt ein selbstbewusstes Auftreten. Diese Tendenz werden wir nicht hinnehmen!

Die vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass breite Bündnisse zivilgesellschaftlicher Initiativen, Vereine und Verbände friedlich und entschlossen Einfluss nehmen können. Wir wollen nicht, dass Nazis in Neubrandenburg ungestört ihre menschenverachtende Ideologie verbreiten und Übergriffe fortsetzen können. Deshalb rufen wir als Bündnis “Neubrandenburg Nazifrei!” alle Neubrandenburger Bürgerinnen und Bürger dazu auf, an bisherige Erfolge anzuknüpfen und gemeinsam am 1. Mai 2012 den Naziaufmarsch in der Neubrandenburger Oststadt zu blockieren.

Wir sind schon da!
Wir bleiben hier!
Wir blockieren!

Quelle: www.nbnazifrei.blogsport.eu

Auf geht’s zur Landesmitgliederversammlung MV von Solid

Heute startet die nächste Landesmitgliederversammlung von Solid in Güstrow. Neben vielerlei Berichten und Wahlen wird es auch um die Geschichte der DDR gehen. Zeitzeugen erzählen vom Alltag im Arbeiter und Bauernstaat und werden den Teilnehmern ihr Leben in der DDR näher bringen. Darüber hinaus gibt es wichtige Infos zum Thema „Rechte als Demonstrant“.
Die Ortsgruppe der Linksjugend Solid Rostock freut sich schon mal und wünscht allen viel Spaß und Erfolg!

Alle Infos zur LMV findet ihr hier.




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